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Bild vor Bundeswehr-Maschine: Von der Leyen und die "Top-Gun-Inszenierung"

Scharfe Kritik an Ministerin  

Von der Leyen und die "Top-Gun-Inszenierung"

15.08.2014, 18:21 Uhr | t-online.de, dpa

Bild vor Bundeswehr-Maschine: Von der Leyen und die  "Top-Gun-Inszenierung". Mit diesem Bild vom Freitagmorgen auf dem Flugplatz Hohn sorgt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen für Diskussionen. (Quelle: dpa)

Ursula von der Leyen steht wegen ihrer öffentlichen Auftritte in der Kritik. (Quelle: dpa)

Selbstinszenierung gehört im politischen Geschäft heutzutage offenbar dazu. Manche Politiker beherrschen das Handwerk besonders gut, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zum Beispiel. Doch mit Bildern vor dem Abflug einer Maschine mit Hilfsgütern für den Irak schoss sie wohl etwas über das Ziel hinaus. Im Netz regt sich scharfe Kritik.

Die Arme verschränkt steht sie dort im Morgengrauen, das Gesicht vom Fotografenblitz erleuchtet. Als Chefin der Truppe verabschiedet sie auf dem Flugplatz Hohn in Schleswig-Holstein eine im Hintergrund zu sehende Bundeswehr-Maschine, die acht Tonnen mit Hilfsgütern in den Nordirak fliegen soll.

Ob Inszenierung oder nicht: Die Pose der als überaus ehrgeizig geltenden CDU-Politikerin auf dem Nato-Flugplatz dürfte noch länger hängenbleiben.

Foto-Serie mit 4 Bildern

Andreas Kappler, Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion twitterte von einer "geschmacklosen Topgun-Inszenierung" der Ministerin. Nordirak sei kein Spiel, sondern ernst.

Der Journalist Hanning Voigts zeigt sich besorgt: "Dass deutsche Außen- und Militärpolitik zunehmend wie ein Actionfilm inszeniert wird, macht mir Angst", twitterte er.

Mit dem Karstadt-Retter auf der Rolltreppe

Just am gleichen Tag werden andere Bilder noch mal aufgelegt, die 2010 für Schlagzeilen sorgten: wie von der Leyen als Arbeitsministerin mit dem damals noch als Karstadt-Retter gefeierten Investor Nicolas Berggruen auf der Rolltreppe eines Berliner Karstadt-Warenhauses steht.

Von der Leyen wollte nah dran sein, obwohl andere Politiker warnten, der Staat solle bei Karstadt lieber Abstand halten. Berggruen ist mittlerweile Geschichte, seine Bilanz bei Karstadt fällt eher unrühmlich aus.

Vergleiche mit Guttenberg

Viele im Netz ziehen Vergleiche zu einem weiteren Meister der Selbstinszenierung: Bis Karl-Theodor zu Guttenberg über die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit stolperte und zurücktrat, galt der CSU-Star als Meister der Selbstinszenierung.

Die Bilder im Kampfanzug vor einem Jet oder mit Sonnenbrille und Splitterschutzweste in Afghanistan prägten sein Image.

Unvergessen auch, wie Guttenberg auf seiner ersten Auslandsreise als Bundeswirtschaftsminister in die USA beim abendlichen Spaziergang durch New York am grell erleuchteten Times Square die Arme nach dem Motto "Was kostet die Welt" ausbreitet - nachdem ihn Fotografen zu einer Pose animiert hatten.

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