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AfD will nach Erfolgen bei Landtagswahlen auch im Westen durchstarten

Nach Wahlerfolgen  

AfD sucht Mitglieder im Westen

15.09.2014, 15:09 Uhr | dpa, rtr

AfD will nach Erfolgen bei Landtagswahlen auch im Westen durchstarten. Jubel bei der AfD in Thüringen nach dem Einzug in den Landtag (Quelle: dpa)

Jubel bei der AfD in Thüringen nach dem Einzug in den Landtag (Quelle: dpa)

Nach ihren Erfolgen bei den Landtagswahlen Thüringen und Brandenburg am Wochenende sowie in Sachsen vor zwei Wochen will die Alternative für Deutschland (AfD) nun auch im Westen durchstarten. Um den Erfolgskurs der vergangenen Wochen auch 2015 bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg und Bremen fortsetzen zu können, muss die eurokritische Partei allerdings erst noch Mitglieder werben.

In Hamburg, wo im Februar gewählt wird, hat die AfD nach Angaben ihres Strategie-Verantwortlichen Rainer Erkens bisher rund 400 Mitglieder. In Bremen sind es lediglich 100.

Kampagne gegen europäische Bankenunion

Parteichef Bernd Lucke kündigte an, die Zeit bis zu den nächsten Wahlen mit einer Kampagne gegen die europäische Bankenunion zu nutzen: "Wir glauben, dass das ein Thema ist, dessen Brisanz in der deutschen Öffentlichkeit überhaupt noch nicht wahrgenommen wurde."

Die Haftungsgemeinschaft für europäische Banken werde dazu führen, dass deutsche Sparer für riskante Geschäfte nichtdeutscher Banken eintreten müssten. Grund sei, dass die deutschen Banken ihre Verpflichtungen zur Hilfe für europäische Banken an ihre deutschen Kunden weitergeben würden.

"Die Vergemeinschaftung der Bankschulden, die im Rahmen der Bankenunion ansteht, ist eine Entwicklung, die mindestens genauso bedrohlich ist wie die Vergemeinschaftung der Staatsschulden", sagte Lucke.

"Die Union ist keineswegs unser natürlicher Partner"

Von ihren jüngsten Erfolgen bei den Wahlen in Thüringen und Brandenburg ist die AfD "selbst überrascht". Die zweistelligen Ergebnisse in den beiden östlichen Bundesländern zeige, dass die Strategie der etablierten Parteien - Koalitionen mit der AfD auszuschließen - nicht funktioniere. "Je mehr sie uns schneiden, desto besser schneiden wir ab". sagte Lucke.

Er zeigte sich offen für die Zusammenarbeit mit allen Parteien. "Die Union ist keineswegs unser natürlicher Partner", sagte Lucke mit Blick auf die AfD-Selbsteinschätzung als eher wertkonservative Partei. Insbesondere könne er sich eine Zusammenarbeit mit der SPD vorstellen.

Nicht nur Protestwähler

Er wies die Darstellung anderer Parteien zurück, die AfD stütze sich vor allem auf Protestwähler. Dies sei nur zu einem Viertel der Fall. Die AfD hat seiner Ansicht nach unter anderem mit Themen punkten können, die die CDU vernachlässigt habe. Dazu zähle die Familienpolitik, die innere Sicherheit und die Asylpolitik.

Seine Partei hatte in Brandenburg am Sonntag 12,2 Prozent erhalten, in Thüringen kam sie aus dem Stand auf 10,6 Prozent. In beiden Wahlkämpfen hatte die zunächst mit ihrer eurokritischen Haltung bekanntgewordene Partei vor allem auf die Themen Zuwanderung und Innere Sicherheit gesetzt.

Kauder und Seehofer gegen Zusammenarbeit

Unterdessen hat Unions-Fraktionschef Volker Kauder eine Koalition mit der AfD erneut ausgeschlossen. "Wir haben da einen klaren Kurs" , sagte der CDU-Politiker im ZDF. Die Union müsse sich mit den Themen der AfD auseinandersetzen, nicht mit der Partei.

CSU-Chef Horst Seehofer forderte, die Union müsse sich auf ihre Stärken besinnen. "Der beste Schutz gegen die AfD ist eine gute eigene Politik", sagte er. Es gebe keine Veranlassung, sich von ihr treiben zu lassen. Seehofer ist sich aber sicher: "Das wird mit der AfD schon eine längerfristige Auseinandersetzung."

Konservative in der Union nörgeln

Der konservative Berliner Kreis in der Union forderte nach den AfD-Erfolgen dagegen einen Kurswechsel. Die Strategie der Union, die AfD zu ignorieren, sei fehlgeschlagen, bemängelt die Gruppe nach Angaben der "Bild"-Zeitung in einem dreiseitigen Papier.

Die Autoren, darunter CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach und Hessens früherer CDU-Fraktionschef Christean Wagner, fordern die Unionsspitze auf, programmatisch auf die konservativen Wähler der AfD zuzugehen.

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