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Angela Merkel greift AfD an: "Damit habe ich nichts gemein"

Kurswechsel der Kanzlerin  

Merkel greift AfD an: "Damit habe ich nichts gemein"

20.09.2014, 08:54 Uhr | dpa, t-online.de

Angela Merkel greift AfD an: "Damit habe ich nichts gemein". Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt ihre Zurückhaltung gegenüber der AfD auf. (Quelle: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt ihre Zurückhaltung gegenüber der AfD auf. (Quelle: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist von ihrer Linie abgewichen und hat die Alternative für Deutschland (AfD) direkt angegriffen. Am Beispiel der Europapolitik könne man erkennen, dass die Werte der Partie nichts mit den Werten der CDU zu tun hätten, sagte Merkel bei einem Kongress der Jungen Union im bayerischen Inzell.

Deutliche Worte fand die Kanzlerin für die AfD in Brandenburg. Diese habe geglaubt, sie komme groß heraus, wenn sie einen Brief an die Linken schreibe, sagte Merkel. Darin habe gestanden, dass es eigentlich nicht schlecht gewesen sei in der DDR, auch Polizei und Kinderbetreuung hätten gut funktioniert.

Sie habe die Polizisten und die Kindergärten in der DDR gesehen, sagte die Kanzlerin, die in der DDR aufgewachsen ist und zum Zeitpunkt des Mauerfalls 35 Jahre alt war. "Damit habe ich nichts, aber auch gar nichts gemein", betonte die CDU-Vorsitzende.

Gauck fordert Auseinandersetzung mit eurokritischen Positionen

Derweil empfiehlt Bundespräsident Joachim Gauck angesichts der Wahlerfolge der AfD den Blick über die Grenzen. "Ich möchte als Bundespräsident nicht über einzelne Parteien räsonieren", sagte Gauck der "Rheinischen Post". "Wir müssen uns damit auseinandersetzen, was es bedeutet, wenn europakritische Bewegungen in Deutschland aufkommen." Allerdings seien auch in vielen anderen Ländern Gruppierungen erstarkt, die dem europäischen Weg negativ gegenüber stünden und eine Rückbesinnung auf die Nation forderten.

"Wenn ein Teil der Bürger etwa das Gefühl hat, Brüssel mache uns zu viel Vorgaben, dann sollte das zwar diskutiert werden - allerdings ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten", sagte Gauck. "Weil wir Europäer sind, hören wir nicht auf, Deutsche zu sein und nationale Interessen zu definieren. Was nimmt die EU uns denn weg?" Zur Befürchtung, Deutschland werde zum Zahlmeister Europas, sagte Gauck: "Es gibt keinen Grund für die Angst, übervorteilt zu werden."

Bosbach: "AfD ernst nehmen"

CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte im Gespräch mit t-online.de vor einigen Tagen, dass man die AfD "als politische Kraft ernst nehmen" müsse, vor allem nach dem Wegfall der FDP. Die CDU müsse sich fragen, warum einige die AfD wählen.

Die AfD "irrlichtere durch den Raum", so Bosbach. Ihr Springen zwischen verschiedenen Themen mache sie für Wähler aus verschiedenen Lagern attraktiv, sagte der CDU-Politiker auf die Frage, warum die AfD wiederholt Wähler aus allen politischen Lagern für sich gewinnen konnte. Er glaubt, dass die politische Arbeit die AfD entzaubern werde. Bosbach prophezeite Flügelkämpfe wie in der von Querelen geplagten Piratenpartei.

Euroskeptiker wollen nun auch im Westen punkten

Die AfD selbst will nun ihren Siegeszug auch in westlichen Landtagen fortsetzen. Im kommenden Jahr wird in Hamburg und Bremen gewählt. "Von den Strukturen her sind wir sehr stark in Westdeutschland", sagte der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke der "Passauer Neuen Presse". "Ich bin sehr optimistisch, dass wir dort bald in den Landtagen vertreten sein werden."

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