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Bundesbildungsministerin Wanka: "Biermann hat noch untertrieben"

Johanna Wanka legt nach  

"Biermann hat noch untertrieben"

09.11.2014, 08:47 Uhr | t-online.de, dpa

Bundesbildungsministerin Wanka: "Biermann hat noch untertrieben". Bundesbildungsministerin Johanna Wanka ist in der DDR aufgewachsen. (Quelle: dpa)

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka ist in der DDR aufgewachsen. (Quelle: dpa)

Mit seinem Auftritt im Bundestag hat der Liedermacher Wolf Biermann für Aufsehen gesorgt, als er die Linkspartei als "elenden Rest" attackiert hatte. Jetzt hat Bundesbildungsministerin Johanna Wanka im Interview mit der "Welt am Sonntag" noch einen draufgesetzt: Es sei schlimmer als Biermann gesagt hat.

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"Ich habe spontan geklatscht, als Biermann das gesagt hat. Es ist aber leider anders und schlimmer", sagte Wanka dem Blatt. "Die Linkspartei ist mehr als der elende Rest der DDR-Staatspartei. Sie ist nicht geschlagen. Ich finde das traurig", sagte Wanka, die in der DDR aufgewachsen ist.

Linke Landesregierung nicht akzeptabel

Sie äußerte sich auch zu der Möglichkeit einer Regierung unter Führung der Linken, wie es sich derzeit im Bundesland Thüringen anbahnt. Das sei für sie "überhaupt nicht normal und auch nicht akzeptabel". Auch dass der mögliche neue Ministerpräsident aus dem Westen komme, ließ sie nicht als Argument gelten. Der Kandidat Bodo Ramelow habe sich "bewusst der Nachfolgeorganisation der Täterpartei SED angeschlossen und diese damit am Leben gehalten"

Der CDU-Ministerpräsident Reiner Haselhoff lobte ebenfalls Biermann: "Ich bin dankbar, dass ich diesen historischen Moment erleben durfte", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung" in Halle. Der grüne Abgeordnete Christian Ströbele erklärte dem Blatt hingegen mit Blick auf die Zeit vor 1989, Biermann sei "immer noch der damaligen Auseinandersetzung verhaftet". Was er geboten habe, sei "von gestern".

Linke entschuldigt sich

Einen Tag nach den Attacken des Liedermachers hatte sich die Linke nochmals vom staatlichen Unrecht in der DDR distanziert. Die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger sowie Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi betonten in einer gemeinsamen Erklärung, die DDR sei ein Staat gewesen, "in dem die politische Willkür jederzeit Recht und Gerechtigkeit ersetzen konnte, in dem zehntausende Biografien durch staatliches Unrecht gebrochen und zerstört wurden." Dafür habe die SED die Hauptverantwortung getragen.

Damit erneuerte die Partei eine bereits im Frühjahr von ihrer Vorgänger-Partei PDS gemachte Entschuldigung aus dem Jahr 1990.

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