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Wolfgang Bosbach wagt halben Rückzug: Euro-Rebell will keiner sein

Wegen Griechenland-Politik der Union  

Wolfgang Bosbachs halber Rückzug

23.07.2015, 15:00 Uhr | dpa

Wolfgang Bosbach wagt halben Rückzug: Euro-Rebell will keiner sein. Der "Euro-Rebell" ist nicht mit dem Griechenland-Kurs der Union einverstanden. (Quelle: dpa)

Der "Euro-Rebell" ist nicht mit dem Griechenland-Kurs der Union einverstanden. (Quelle: dpa)

Wolfgang Bosbach hat sich entschieden: für einen ganz kleinen Rückzug aus Protest. Der CDU-Politiker legt sein Amt als Vorsitzender des Bundestags-Innenausschusses nieder. Sein Mandat als Abgeordneter für den Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen aber behält er. Verstummen wird der Euro-Kritiker also nicht.

"Es kann so, wie es in den letzten Monaten war, nicht auf Dauer weitergehen. Und deshalb werde ich mit Wirkung zum 22. September mein Amt als Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages aufgeben", begründete der 63-Jährige seinen Entschluss. "Ich werde dann nur noch als normaler Wahlkreisabgeordneter tätig sein, werde mich ganz auf meine Wahlkreisarbeit konzentrieren."

Haftung für Steuerzahler zu hoch

Grund für seinen Rücktritt ist die Griechenland-Politik seiner Partei: "Diesen Weg kann und will ich nicht mitgehen." Damit meint Bosbach die weiteren Finanzhilfen für das von der Pleite bedrohte Griechenland, denen auch die Union zugestimmt hat.

Der populäre Politiker, der häufig in Talkshows zu Gast ist, hält das Haftungsrisiko für die Steuerzahler für zu hoch - denn dass Griechenland die Kredite pünktlich und vollständig zurückzahlt, glaubt er nicht.

Der "Euro-Rebell" will keiner sein

Verwundert zeigte sich Bosbach über die Zuschreibung: "Früher warst Du Rebell, wenn Du eine revolutionäre Bewegung angeführt hast. Heute bist Du ja schon Rebell, wenn Du bei Deiner Meinung bleibst."

Über eine erneute Kandidatur für den Bundestag 2017 will er später entscheiden. Der Kreisvorstand habe ihn gebeten, die Region weiterhin in Berlin zu vertreten.

Bosbach sitzt seit 1994 im Bundestag, bis 2009 war er Vizechef der Unionsfraktion. Zeitweise wurde er sogar als Innenminister gehandelt. Allerdings galt der 63-Jährige immer auch als Querdenker und Abweichler. Der Vater von drei erwachsenen Töchtern hat zunehmend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er ist unheilbar an Krebs erkrankt, hat Gicht und Probleme mit dem Herzen.

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