Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Parteien >

Erhard Eppler: Späte Abrechnung mit Alt-Kanzler Helmut Schmidt

Späte Rache  

SPD-Altlinker Eppler rechnet mit Schmidts Kanzlerschaft ab

31.10.2015, 15:46 Uhr | t-online.de

Erhard Eppler: Späte Abrechnung mit Alt-Kanzler Helmut Schmidt . Der frühere Bundesentwicklungsminister Erhard Eppler (SPD) poltert in seinem Buch "Links leben" gegen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt. (Quelle: dpa)

Der frühere Bundesentwicklungsminister Erhard Eppler (SPD) poltert in seinem Buch "Links leben" gegen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt. (Quelle: dpa)

Der langjährige SPD-Vordenker Erhard Eppler hat ein Buch geschrieben. Darin übt er nach Informationen des "Spiegel" scharfe Kritik an Ex-Bundeskanzler und langjährigen Parteigefährten Helmut Schmidt

Schmidt habe das Umweltthema verschlafen und einen Berg von Schulden hinterlassen. Der SPD-Vordenker Erhard Eppler und der Altkanzler werden in diesem Leben keine Freunde mehr.

Schmidt hielt Eppler für einen "Spinner"

Schon zu seiner aktiven Zeit hatte Schmidt den langjährigen Entwicklungshilfe-Minister für einen "Spinner" gehalten, der ihm beibringen wollte, wie man Wahlen gewinne. Dabei sei Eppler selbst "nie sonderlich erfolgreich" gewesen. 

Eppler wiederum wirft Schmidt vor, mit dem Nato-Doppelbeschluss die Kriegsgefahr in Europa zu schüren. Eppler zählte bald selbst zu den Führungsfiguren der Friedensbewegung - und damit zu einem politischen Gegner seines Parteifreundes. 

Ökologie als "Marotte gelangweilter Damen"

Persönlich wurde der Schwabe allerdings nie, was er nun in seinen Erinnerungen "Links leben" (Propyläen) nachholt. Laut "Spiegel" mokiert er sich in dem Buch über Schmidts "Macher-Pathos", das "albern", abstoßend und "ziemlich naiv" gewesen sei. Als Kanzler habe der Hamburger "vor allem Schulden" hinterlassen, das Thema Umwelt verschlafen. Laut Eppler habe Schmidt ihm gegenüber Ökologie als "Marotte gelangweilter Mittelstandsdamen" bezeichnet. 

Eppler hatte Schmidts Kabinett 1974 im Streit verlassen. Der stille Held seines Buchs ist Willy Brandt, der Deutschland auf "dezente, demokratische Weise" geführt habe und viel disziplinierter als dessen Nachfolger Schmidt gewesen sei.

Von Brandt habe man zudem fast nie ein kritisches Wort über Schmidt vernommen, während der "ausgiebig" über seinen Vorgänger gelästert habe, etwa auf einem Flug mit Eppler. Vom "Start bis zur Landung" habe er sich "die Suada anhören müssen", schreibt Eppler, der währenddessen ängstlich zu den Umsitzenden geschielt habe: "Ein Bericht im 'Spiegel' über diesen Erguss, hätte die Regierung in Gefahr gebracht." 

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal