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AfD-Klientel ändert sich: Ostdeutsch, männlich und pessimistisch

AfD-Klientel ändert sich  

Ostdeutsch, männlich und pessimistisch

22.11.2015, 13:02 Uhr | t-online.de

AfD-Klientel ändert sich: Ostdeutsch, männlich und pessimistisch . Die Anhängerschaft der AfD ändert sich, hat Forsa ermittelt.  (Quelle: dpa)

Die Anhängerschaft der AfD ändert sich, hat Forsa ermittelt. (Quelle: dpa)

Deutlich mehr Ostdeutsche und viel mehr Männer, dazu insgesamt älter und mit pessimistischer Grundeinstellung - so hat sich das Wählerklientel der Alternative für Deutschland (AfD) in letzter Zeit verändert.  

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" einen Vergleich zwischen Mai 2014 und heute vorgenommen. Demnach hat eine massive Verschiebung unter den Anhängern stattgefunden.

Mehr als ein Drittel bezeichnet sich als "rechts" 

Stammten im Mai 2014 noch 18 Prozent der Wähler aus dem Osten, so waren es nun schon 28 Prozent. Der Anteil der Männer stieg von 69 auf 72 Prozent, der Anteil der Über-45-Jährigen von 63 auf 71 Prozent.

Die Wähler der AfD verorten sich zudem zunehmend als politisch "rechts". 38 Prozent der Befragten taten dies im November 2015, im Mai 2014 waren es erst 28 Prozent gewesen.  

Auffällig ist zudem, dass AfD-Anhänger zunehmend schwarz sehen, was die Wirtschaftsentwicklung angeht. 78 Prozent sind pessimistisch, im Mai 2014 waren es nur 55 Prozent.

Lucke: AfD ist eine "Wutbürgerpartei" 

Manfred Güllner, Geschäftsführer des Forsa-Instituts, sagte: "Bei fast allen Merkmalen, die für eine rechtsradikale Partei typisch sind – Männer, Osten, ökonomischer Pessimismus, Vorbehalte gegen das Parteiensystem –, ist der Anteil bei den AfD-Anhängern 2015 im Vergleich zu 2014 größer geworden." 

Der mittlerweile ausgetretene ehemalige Parteisprecher Bernd Lucke nannte die neue AfD gegenüber der Zeitung eine "Wutbürgerpartei". Die derzeitige Parteivorsitzende Frauke Petry hingegen sieht kaum Veränderungen. "Besonders ostdeutsch oder rechts finde ich uns nicht", sagte sie. 

Gefährliche Nähe zu den Rechtsextremen 

Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Christoph Kopke zähle die rechtspopulistische AfD zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch nicht zur extremen Rechten, "allerdings tut sie derzeit alles dafür, dass wir sie bald als rechtsextrem einstufen müssen", sagte Kopke. 

Besonders die rhetorische Radikalisierung der Partei sei auffällig, berichtete der Wissenschaftler in den "Potsdamer Neuesten Nachrichten". Mit ihrer Wortwahl mache die Partei Stimmung gegen Flüchtlinge.

AfD sinkt in der Wählergunst 

Bei Umfragen hatte die Partei auf Bundesebene zuletzt bei 13 Prozent gelegen und war somit nach CDU und SPD drittstärkste Kraft. Laut einer Emnid-Umfrage sinke die AfD jedoch bereits wieder in der Wählergunst.

Die AfD komme derzeit auf sieben Prozent, berichtete die "Bild am Sonntag". Sie erhalte in Ostdeutschland noch zwölf und im Westen sechs Prozent. 

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