Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Parteien >

Viktor Orbán besucht Altkanzler Helmut Kohl

Ungarns Regierungschef in Oggersheim  

Viktor Orban besucht seinen Freund Helmut Kohl

19.04.2016, 13:23 Uhr | AFP

Viktor Orbán besucht Altkanzler Helmut Kohl. Viktor Orban trifft Helmut Kohl in Oggersheim. Der ungarische Ministerpräsident und der Altkanzler sind seit Langem befreundet. (Quelle: imago images/epd)

Viktor Orban trifft Helmut Kohl in Oggersheim. Der ungarische Ministerpräsident und der Altkanzler sind seit Langem befreundet. (Quelle: epd/imago images)

Nur ein Besuch bei einem alten Freund? Mit einem großen Blumenstrauß ist der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban bei Altkanzler Helmut Kohl im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim eingetroffen.

Orban setzt in der Flüchtlingspolitik auf nationale Abschottung und gilt bei dem Thema als einer der heftigsten Kritiker von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Kohls Einladung an ihn hatte dem Altkanzler Kritik eingebracht.

Pfiffe von Demonstranten

Hinter einer Absperrung rund 30 Meter von Kohls Haus entfernt empfingen etwa 20 Demonstranten Orban mit Pfiffen und Sprechchören wie "Orban vertreiben, Flüchtlinge bleiben!". Am Montag hatten SPD und Grüne Kohl aufgefordert, in der Flüchtlingspolitik mäßigend auf Orban einzuwirken.

Nach Angaben von Kohls Büro handelt es sich um einen rein privaten Besuch. Ein Auftritt vor der Presse oder der Öffentlichkeit ist nicht vorgesehen. Kohls Büro kündigte für später allerdings eine schriftliche Erklärung zum Treffen der beiden Männer an.

Kein Affront gegen Merkel

Orban und Kohl sind seit Langem freundschaftlich verbunden. Die Bundesregierung reagierte im Vorfeld gelassen auf das geplante Treffen. Der Besuch Orbans bei Kohl veranlasste die ungarische Regierung allerdings zur Klarstellung, dass das Treffen kein Affront gegen die Bundeskanzlerin sein solle.

Orban gilt EU-intern als scharfer Widersacher Merkels in der Flüchtlingspolitik. Die Differenzen zwischen beiden Politikern traten zuletzt öffentlich deutlich zu Tage.

Kohl zur Flüchtlingspolitik

Kohl hatte in einem Vorwort zur ungarischen Ausgabe seines Buchs "Aus Sorge um Europa" laut einem Bericht die Grenzöffnung für Flüchtlinge kritisiert und unter anderem geschrieben, Europa könne "nicht zur Heimat für Millionen Menschen weltweit in Not werden". Die Lösung liege in den Herkunftsregionen der Menschen, nicht in Europa.

Auch wenn Kohl Merkel nicht namentlich nannte, wurde die Passage von Beobachtern als Kritik an Merkels Entscheidung vom September 2015 gewertet, in Ungarn festsitzende Flüchtlinge zur Weiterreise nach Deutschland einzuladen. Die Kanzlerin hatte ihren Entschluss damals nicht mit den anderen EU-Mitgliedstaaten abgestimmt.

Unter anderem der CDU-Vizechef Armin Laschet wies diese Interpretation zurück. Die zitierte Kritik Kohls an der Grenzöffnung stehe nicht im Widerspruch zu Merkels Politik, sagte er in einem Interview. "Helmut Kohl sagt das, was Angela Merkel seit Monaten sagt - keine nationalen Alleingänge, europäische Lösungen, Schutz der Außengrenze."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal