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AfD-Fraktionschef Jörn Kruse schämt sich für Programm

"Unsäglich", "vorgestrig", "frauenfeindlich"  

Hamburger AfD-Fraktionschef schämt sich für Bundesprogramm

03.05.2016, 18:38 Uhr | dpa, t-online.de

Der Richtungsstreit in der AfD geht auch nach dem Parteitag am letzten Wochenende weiter: Hamburgs AfD-Fraktionsvorsitzender Jörn Kruse hat in einem Interview mit der "Welt" kein gutes Haar am Grundsatzprogramm der Bundespartei gelassen.

Kruse hält das beschlossene Programm in vielen Punkten für falsch. Die Positionen zum Islam, zur Familie oder zur Umwelt sind nach Ansicht des früheren Wirtschaftsprofessors teils albern, töricht oder gar peinlich. 

"Dieser Unsinn ist mir wirklich peinlich"

Alles, was im neuen Programm über Familie und Kinder stehe, "finde ich unsäglich und vorgestrig und frauenfeindlich. Und ich schäme mich dafür", sagte Kruse. Beispielsweise die Behauptung, dass man keine Zuwanderung bräuchte, wenn Deutsche mehr Kinder bekämen. "Dieser Unsinn ist mir zum Teil wirklich peinlich."

Kruse hält Islam-Kritik für überzogen

Anders als die Bundespartei ist Kruse auch gegen ein Minarett-Verbot. "Ich denke nur, dass sie nicht die Gegend dominieren sollten, es ist also eine Frage der Höhe." Überhaupt sei der Islam als Religion "in Ordnung", sagte er. Ein Problem sei er nur als politisch totalitäre Ideologie.

In Deutschland gelte das Grundgesetz. "Und wenn Muslime finden, dass sie das nicht akzeptieren wollen, müssen sie sich einen anderen Staat suchen."

Kruse will nicht aus AfD austreten

Trotz aller Kritikpunkte will Kruse die AfD nicht verlassen. Er fühle sich dem Wähler verpflichtet.

Kruse gilt als Vertrauter des früheren AfD-Chefs Bernd Lucke. Nach dessen Parteiaustritt war Kruse vom Amt des Landesvorsitzenden in Hamburg zurückgetreten, das er von April 2013 bis Oktober 2015 inne hatte. Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg im Februar 2015 wählten die Bürger Kruse in die Hamburgische Bürgerschaft. Die AfD hat in Hamburg rund 500 Mitglieder.

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