Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Parteien >

AfD-Landeschef wirft Kirchen Geschäftemacherei vor

Profiteur der Flüchtlingskrise?  

AfD-Landeschef wirft Kirchen Geschäftemacherei vor

26.05.2016, 14:32 Uhr | dpa

AfD-Landeschef wirft Kirchen Geschäftemacherei vor. Bayerns AfD-Landesvorsitzender Petr Bystron legt im Streit seiner Partei mit den Kirchen mit deutlichen Worten nach. (Quelle: dpa)

Bayerns AfD-Landesvorsitzender Petr Bystron legt im Streit seiner Partei mit den Kirchen mit deutlichen Worten nach. (Quelle: dpa)

Beim Katholikentag sind Vertreter der AfD (Alternative für Deutschland) nicht erwünscht. Die Positionen der Partei zu Religionsfreiheit und in der Flüchtlingspolitik seien "unchristlich". Nun schlägt die rechtspopulistische Partei mit schwerwiegenden Vorwürfen zurück: Die Kirchen würden aus der Flüchtlingskrise ein "Milliardengeschäft" machen.

Bayerns AfD-Landesvorsitzender Petr Bystron warf der katholischen und der evangelischen Kirche vor, über ihre Wohlfahrtsverbände "unter dem Deckmantel der Nächstenliebe" ein Milliardengeschäft mit der Flüchtlingskrise zu machen. Die katholische Kirche reagierte empört. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch sagte: "Ich finde das ziemlich unverschämt."

Bystron unterstellte den großen Kirchen, sie hätten aus kommerziellen Gründen ein großes Interesse an weiterer Flüchtlingszuwanderung. "Die vordergründig propagierte Flüchtlingsfreundlichkeit finanziert zugleich eine gigantische Wohlfahrtsindustrie unter dem organisatorischen Dach der Kirchen", schrieb Bystron in einem Beitrag für die "Huffington Post".

Bystron fordert "Ende der Kirchensubventionierung"

Kirchliche Organisationen und Unterorganisationen nutzten zur Gewinnmaximierung oft die Hilfsbereitschaft unbezahlter Ehrenamtlicher über Monate aus, während sie Kommunen, Land und Bund für Aufbau und Betrieb von Flüchtlingsunterkünften saftige Rechnungen präsentierten. Bystron verlangte ein "Ende der Kirchensubventionierung durch Steuergelder".

Kirchliche Träger etwa von Flüchtlingsheimen erhalten genau wie andere Betreiber Geld vom Staat. In den Kirchen gibt es aber auch eine Vielzahl von anderen Initiativen, Flüchtlingen bei der Integration zu helfen: So stellten Kirchengemeinden tausende Unterkünfte sowie Räume für Freizeit- und Beratungsangebote bereit.

Kirche beklagt "undifferenziertes Gequatsche"

Bystron warf der katholischen Kirche außerdem vor, die AfD vom Katholikentag in Leipzig ausgeschlossen zu haben. AfD-Politiker wurden nicht zu Diskussionsrunden bei dem Treffen eingeladen.

"Das unreflektierte Gerede von Herrn Bystron weise ich zurück. Es ist ein mit keinem einzigen Faktum belegtes Gequatsche, das wenig von einer sachlichen Diskussion zeugt", sagte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Rande des Katholikentages. "Wer so entgleist, schlägt allein 200.000 ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe der Kirchen Tätigen ins Gesicht", fügte Kopp hinzu.

Nicht der einzige Konfliktpunkt

Bystrons Position sei nicht mit dem Bundesvorstand abgestimmt worden, sagte ein Parteisprecher auf Anfrage. Allerdings hatte Parteivize Alexander Gauland diese Woche in einem Interview der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" gesagt, die Kirchen versuchten in der Flüchtlingspolitik, "den Staat zu manipulieren".

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hatte den Kirchen im Februar vorgeworfen, sie engagierten sich nicht genügend für verfolgte Christen im Mittleren Osten. In einem Interview sagte sie damals: "Inzwischen erheben einige Amtsträger der deutschen Kirchen ihre Stimme offenbar mehr für Muslime als für die eigenen Glaubensbrüder. Hier gibt es ein deutliches Ungleichgewicht."

Mangelhaftes Bekenntnis zur Glaubensfreiheit 

Wie die Kirche mit der AfD umgeht, hängt nach den Worten von Hannovers Landesbischof Ralf Meister von ihrem Bekenntnis zur Glaubensfreiheit ab. Der evangelische Bischof sagte, laut Grundgesetz dürfe niemand wegen seiner Rasse, Herkunft oder Religion benachteiligt oder bevorzugt werden. Daran seien Parteiprogramme zu messen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal