Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Parteien >

Bundespräsident Joachim Gauck lehnt zweite Amtszeit ab

Aus Altersgründen  

Gauck verzichtet auf zweite Amtszeit

06.06.2016, 17:06 Uhr | t-online.de, dpa

Bundespräsident Joachim Gauck lehnt zweite Amtszeit ab. Joachim Gauck bleibt lediglich bis 2017 Bundespräsident. (Quelle: Reuters)

Joachim Gauck bleibt lediglich bis 2017 Bundespräsident. (Quelle: Reuters)

Joachim Gauck steht für eine zweite Amtszeit als Bundespräsident nicht zur Verfügung. Das hat der 76-Jährige in einer Erklärung im Schloss Bellevue bekannt gegeben.

"Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", so Gauck. Er werde sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stellen: "Ich bin dankbar, dass es mir gut geht. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass die Lebensspanne zwischen dem 77. und dem 82. Lebensjahr eine andere ist als die, in der ich mich jetzt befinde", sagte Gauck. Für eine erneute Zeitspanne von fünf Jahren wolle er "nicht eine Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht garantieren kann".

Er sei zugleich "von Herzen dankbar" für die zahlreichen Worte der Ermutigung, auch über den kommenden März hinaus weiter im Amt zu bleiben. Gauck betonte: "Unser Land hat engagierte Bürger, und es hat funktionierende Institutionen. Der Wechsel im Amt des Bundespräsidenten ist in diesem Deutschland daher kein Grund zur Sorge. Er ist vielmehr demokratische Normalität - auch in fordernden, auch in schwierigen Zeiten."

Reaktion aus der Politik

CSU-Chef Horst Seehofer dankte Gauck für dessen Arbeit. "Die CSU respektiert die Entscheidung des Bundespräsidenten und bedauert sie", sagte Seehofer. "Gauck hat eine herausragende Arbeit für unser Land geleistet. Er hat den Menschen Orientierung gegeben und sie zusammengeführt."

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig zeigte Verständnis für Gaucks Entscheidung: "Gauck ist ein sehr guter und äußerst bürgernaher Bundespräsident, der in der Bevölkerung große Sympathie genießt. Ich persönlich finde es schade, dass er 2017 nicht noch einmal antritt, aber ich habe Verständnis und großen Respekt für seine Entscheidung."

"Hier schon mal herzlichen Dank für seine Arbeit. Er hat dem Amt auch Würde zurückgegeben", kommentierte Renate Künast von den Grünen.

Union, SPD und Grüne befürworteten eine zweite Amtszeit. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich für eine Wiederwahl Gaucks aus. Zuletzt meinten auch 70 Prozent der Bundesbürger in einer Umfrage, Gauck solle weitermachen.

Wahl am 12. Februar

Die Bundesversammlung, die das Staatsoberhaupt wählt, tritt am 12. Februar 2017 zusammen. Gauck hatte seine erste Amtszeit im März 2012 begonnen. Er war Nachfolger von Christian Wulff, der nach nur 20 Monaten im Amt wegen Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Hauskredit zurückgetreten war.

2010 war Gauck als Kandidat von Rot-Grün bei der Wahl des Bundespräsidenten noch gegen Wulff unterlegen. 2012 unterstützten nach einigem Zögern auch Merkel und die Union den parteilosen ehemaligen Pastor aus Rostock.

Andeutungen auf China-Reise

Ob er für eine zweite Amtszeit antritt, hatte Gauck lange offengelassen. Auf einer China-Reise im März sagte er, es sei ein schönes Gefühl zu spüren, dass viele Menschen sich eine Fortsetzung seiner Arbeit wünschten. "Dabei muss man aber auch seine eigenen physischen und psychischen Kräfte bedenken", sagte er.

 (Quelle: Statista) (Quelle: Statista)

Weitere spannende Grafiken bei Statista

Bis zuletzt war darüber spekuliert worden, ob er wegen der Auswirkungen der Flüchtlingskrise und angesichts des Erstarkens der rechtspopulistischen AfD aus einem Bewusstsein der Verantwortung heraus noch einmal antreten würde. Er betonte aber auch, dass sich Deutschland trotz aller Herausforderungen nicht in einer Staatskrise befinde. "Das Staatsschiff ist nicht im Orkan, aber es gibt Wellen", sagte er im Mai beim Katholikentag in Leipzig.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
New Collection - Daisies & Stripes
bei TOM TAILOR
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal