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AfD-Streit und kein Ende: Alexander Gauland greift Frauke Petry an

AfD-Streit spitzt sich zu  

"Petry sorgt für Unruhe": Gauland attackiert Parteichefin

06.07.2016, 15:04 Uhr | t-online.de , dpa

AfD-Streit und kein Ende: Alexander Gauland greift Frauke Petry an. Das Verhältnis zwischen AfD-Chefin Frauke Petry und ihrem Stellvertreter Alexander Gauland wirkt zunehmend angespannt. (Quelle: dpa)

Das Verhältnis zwischen AfD-Chefin Frauke Petry und ihrem Stellvertreter Alexander Gauland wirkt zunehmend angespannt. (Quelle: dpa)

Der Streit in der AfD wegen der Fraktionsspaltung im baden-württembergischen Landtag geht in die nächste Runde: Nach der öffentlichen Kritik von Co-Parteichef Jörg Meuthen an Frauke Petry schaltet sich nun AfD-Vize Alexander Gauland ein. Auch er attackiert die Vorsitzende seiner Partei deutlich - sie sorge für Unruhe.

Zwischen Petry und Meuthen sei es zu "erheblichen Verletzungen" gekommen, sagte Gauland dem "Deutschlandfunk". Jörg Meuthen empfinde das Auftauchen Petrys in Stuttgart als "massive Einmischung in den Landesverband". Schließlich sei der AfD nichts "so heilig wie die föderale Struktur".

Petry-Aktion "nicht zielführend"

Gauland hält das Engagement von Petry im Fraktionsstreit in Baden-Württemberg offenbar für einen Fehler: Es sei nicht "zielführend" gewesen, dass Petry nach Stuttgart gereist und in die Fraktion eingegriffen habe, sagte er im ZDF-"Morgenmagazin".

Die Aktion sei nicht mit dem Bundesvorstand abgesprochen gewesen: "Petry ist unangemeldet nach Stuttgart gefahren", so Gauland zum "Deutschlandfunk". Dort habe sie sich nicht mit ihrem Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen getroffen.

Gegenüber dem "Handelsblatt" erläuterte Gauland, dass es im Bundesvorstand seiner Partei "keine Differenzen über grundsätzliche politische Fragen" gebe. "Für Unruhe sorgen andere Dinge, etwa dass sich Frauke Petry in der baden-württembergischen Gedeon-Krise zu Wort gemeldet hat. Das war nicht sehr hilfreich." Das Gespräch mit dem "Handelsblatt" ist das dritte Interview mit Gauland, das heute veröffentlicht wurde.

Meuthen widerspricht Petry

Der bisherige AfD-Fraktionschef im Landtag von Baden-Württemberg, Jörg Meuthen, war am Dienstag gemeinsam mit zwölf weiteren Abgeordneten aus der Fraktion ausgetreten. Zuvor war er bei einer Abstimmung über einen Rauswurf Wolfgang Gedeons aus der Fraktion unterlegen. Gedeon war wegen antisemitischer Äußerungen in die Kritik geraten.

Nachdem Gedeon später von sich aus zurückgetreten war, zollte Petry ihm "Respekt" für "diesen selbstständigen Schritt". Die Spaltung der AfD-Fraktion im Landtag sei damit abgewendet, so Petry. Dafür erntete Petry umgehend Widerspruch von Meuthen.

Die Spaltung sei "nicht abgewendet" worden, stellte Meuthen klar. An der Spaltung "ändert auch der verspätete Rückzug von Wolfgang Gedeon nichts".

Gauland: Leute wollen Meuthen beschädigen

Zu den Vorgängen in Baden-Württemberg sagte Gauland beim "Deutschlandfunk", Petry sei nicht verantwortlich für Gedeons Rückzug aus der AfD-Fraktion. Vielmehr habe die Teilung der Fraktion die Voraussetzung dafür geschaffen.

"Es ist leider so, dass hier Machtfragen Sachfragen überlagert haben", sagte Gauland. Anscheinend gebe es in der AfD in Baden-Württemberg Leute, die Jörg Meuthen beschädigen wollen. Sie hätten das auch mit dem festhalten an Gedeon versucht.

"Viele Fehler gemacht"

Zur Causa Gedeon selbst könne Gauland hingegen nichts beitragen: "Ich gebe zu, ich habe mir die Schriften von Herrn Gedeon auch nicht angeschaut. Man muss so viel lesen, da kann einem das schon mal durchrutschen."

Mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 ermahnte er die Partei im "Deutschlandfunk" jedoch zu mehr Aufmerksamkeit: Man müsse genau schauen, was Abgeordnete früher gemacht haben. Im Zusammenhang mit dem Fall von Wolfgang Gedeon seien "viele Fehler gemacht worden", so Gauland.

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