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TV-Kritik zu "Maybrit Illner": Zarter Flirt zwischen Oppermann und Kipping

Talk bei "Maybrit Illner"  

Zarter Flirt zwischen Oppermann und Kipping

23.09.2016, 12:46 Uhr | Nico Damm, t-online.de

TV-Kritik zu "Maybrit Illner": Zarter Flirt zwischen Oppermann und Kipping. Maybrit Illner talkte zum Thema: Wird Deutschland unregierbar? (Quelle: imago images/Metodi Popow)

Maybrit Illner talkte zum Thema: Wird Deutschland unregierbar? (Quelle: Metodi Popow/imago images)

Wird Deutschland unregierbar? Auf diese zugespitzte Frage folgte bei "Maybrit Illner" schnell Entwarnung: Es ist alles halb so schlimm.

Die Gäste:

  • Thomas Oppermann (SPD), Fraktionsvorsitzender
  • Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion des "Stern"
  • Andreas Scheuer (CSU), Generalsekretär
  • Katja Kipping (Die Linke), Parteivorsitzende
  • Heinrich August Winkler, Historiker
  • Oliver Decker, Leiter des Forschungsbereichs "Gesellschaftlicher Wandel" an der Uni Leipzig, Sprecher des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung

Worum es ging:

Im Grunde war die Sendung ein Schnellkurs in neuerer Politik-Geschichte:

Die Gäste analysierten, wie es zu den großen Stimmverlusten von SPD und CDU kommen konnte. Wer hat Fehler gemacht? Wie hat sich die Wählerschaft verändert? Und wo ist heute eigentlich die viel zitierte gesellschaftliche Mitte? Die provokante Frage im Titel der Sendung ("Wird Deutschland unregierbar?") war schnell geklärt: Nein. Nur wie Deutschland regiert werden sollte, und mit welchen Koalitionen, wurde debattiert. Besonders im Fokus: Die Annäherung zwischen SPD, Grünen und Linkspartei.

Worum es auch noch ging:

Über die umstrittenen Äußerungen Scheuers ("ministrierender Senegalese"), für die der CSU-Generalsekretär von allen Seiten, vor allem von Kipping und Oppermann, aber auch von Jörges abgewatscht wurde.

Gerade Jörges kritisierte, die CSU habe mit ihrer Rhetorik in "fünf Landtagswahlen den Wahlkampf der AfD geführt". Letztendlich habe das auch der Union geschadet, denn konservativere Kreise hätten letztlich "das Original gewählt", sprich, die AfD. Scheuer betonte, es gehe ihm um die Konzentration auf "wirklich Schutzbedürftige". 500.000 Menschen ohne Bleibeperspektive seien zurzeit ausreisepflichtig.

Der gemeinsame Nenner

Im Grunde waren sich mit Ausnahme Scheuers alle einig: Die Flüchtlingsdebatte wird in Zeiten, wo nur noch etwa 3000 Menschen monatlich kommen, zu hitzig geführt. Allerdings gibt es nach Oppermann durchaus Grenzen in der Aufnahmefähigkeit. Beispielsweise wenn, wie 2015 geschehen, viele schulpflichtige Kinder einreisen. Denn zusätzliche Lehrer müsse man über Jahre hinweg ausbilden. Nach Kipping war nicht Merkels "Wir schaffen das" das Problem, sondern vielmehr, "dass sie nicht Maßnahmen getroffen hat, dass wir es auch tatsächlich schaffen".

Die Expertenmeinung

Erfrischend viel Raum hatte Oliver Decker, der verständlich den Erfolg der AfD erklärte: Einerseits sei die gesellschaftliche Wahrnehmung der Einwanderung unter anderem durch die kontroverse öffentliche Debatte als Krise erlebt worden – im Gegensatz zum Anfang der Neunziger, als Deutschland "ohne Probleme" drei Millionen Russlanddeutsche integriert hatte. Zudem neigten "Menschen, die etwas zu verlieren haben, am stärksten zu Rechtsextremismus". Die wirtschaftliche Liberalisierung habe "Konfliktlinien offengelegt", sprich: Verlierer produziert.

Der Koalitions-Flirt

Auffällig: Kipping und Oppermann gingen recht zahm miteinander um.

Oppermann erging sich in Gedankenspielen zu Rot-Rot-Grün ("Was mir daran am besten gefällt, ist, dass die CDU in der Opposition ist"), stellte aber klar, dass es im Vorfeld der Bundestagswahl keine Koalitionsaussage geben werde. Kipping warb erneut für dieses Modell, und auch Jörges sah hier Potenzial: Zentrale Streitpunkte seien ausgeräumt. Allerdings sollten die linken Parteien klare Alternativen aufzeigen, "sonst werden sie haushoch verlieren".

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