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Grünen-Parteitag: Rednerin Carolin Emcke vergleicht Klimaforscher mit Juden

Rede auf Grünen-Parteitag  

Rednerin vergleicht Klimaforscher mit Juden

12.06.2021, 12:53 Uhr | pdi, t-online

Rednerin löst mit Juden-Vergleich Irritationen aus

Die Autorin und Publizistin Carolin Emcke hat auf dem Bundesparteitag von Bündnis 90/ Die Grünen für Irritationen gesorgt. Die Publizistin verglich in einer Gast-Rede die Kritik an Klimaforschern mit Hass gegen Juden. (Quelle: t-online)

"Nicht die Juden und Kosmopoliten": Rednerin vergleicht auf dem Grünen-Parteitag Kritik an Forschern mit Hass gegen Juden. (Quelle: t-online)


Der Kampf gegen die Klimakrise ist ein grünes Herzensthema. Auf dem Grünen-Parteitag wird über schärfere Maßnahmen diskutiert. Doch eine Gast-Rednerin sorgt für Irritationen.

Die Autorin und Publizistin Carolin Emcke hat in einer Gastrede auf dem Bundesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen die Kritik an Klimaforschern mit Hass gegenüber Juden verglichen und damit für Irritationen gesorgt. 

"Vermutlich werden es nicht die Juden sein"

"Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden", sagte Emcke, die am Freitag auf dem Parteitag zugeschaltet war, über den Bundestagswahlkampf. "Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen und die Virologen*innen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscher*innen." Die Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck hörten auf der Bühne zu.

Mit ihrer Rede wollte Emcke auf Wissenschaftsfeindlichkeit und zunehmenden Populismus hinweisen. Doch der Vergleich zwischen dem Anprangern von Wissenschaftlern und politischen Aktivisten auf der einen und Ressentiments gegenüber Juden auf der anderen Seite sorgte bei Beobachtern und Kommentatoren für Stirnrunzeln. Auszüge aus der umstrittenen Rede sehen Sie oben im Video oder hier.

Unterschiedliche Reaktionen im Netz

Auf die Rede von Emcke gab es unterschiedliche Reaktionen, unter Grünen-Politikern fanden die Aussagen kaum Beachtung, manche fanden auch positive Worte. "Danke an Carolin Emcke für eine große Rede für Aufklärung, für Wahrheit, die zumutbar ist, für die Wirklichkeit", schreibt zum Beispiel Katrin Göring-Eckardt auf Twitter. "Es ist eine Ehre, in diesem Sinn Politik zu machen."

Insbesondere von Unionspolitikern gab es jedoch auch heftige Kritik. "Das Leid vieler verfolgter, ermordeter und ausgegrenzter Juden, Antisemitismus wird hier für das Klimathema genutzt, und Klimaforscher werden die Stigmatisierten sein?", fragt CDU-Politikerin Julia klöckner auf Twitter. "Das ist nicht zu glauben."

Noch bis Sonntag stimmen die Delegierten wegen der Corona-Pandemie digital ab. Vor Ort in Berlin sind nur Bundesvorstand und Präsidium sowie die Sitzungsleitung und einzelne Redner. Zu den Reden von Habeck und zu Baerbocks Rede am Samstag wurden zudem je hundert Neumitglieder aus Berlin eingeladen.

Die Abstimmung über den Titel des Wahlprogramms wurde gleich zu Beginn auf Sonntag vertagt. Der Vorstand hatte "Deutschland. Alles ist drin" vorgeschlagen – manche Delegierte wollen das Wort "Deutschland" streichen.

Verwendete Quellen:
  • Bundesparteitag der Grünen
  • Twitter
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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