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Wahl-Trend: Grüne holen SPD ein

Grüne holen SPD ein

22.09.2010, 11:12 Uhr | dapd, dpa

Wahl-Trend: Grüne holen SPD ein. Überflieger des neuesten Wahltrends sind die Grünen. (Foto: dpa)

Überflieger des neuesten Wahltrends sind die Grünen (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Rund ein Jahr nach der Bundestagswahl hat sich die Zustimmung der Wähler zu den Parteien dramatisch verschoben. Laut dem wöchentlichen Forsa Stern-RTL-Wahltrend haben die Grünen die SPD erstmals seit ihrer Gründung eingeholt - die CDU/CSU fiel dagegen unter 30 Prozent.

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Die Grünen kletterten laut der Umfrage im Vergleich zur Vorwoche um weitere zwei Prozentpunkte auf ein neues Rekordhoch von 24 Prozent. Seit der Wahl vor einem Jahr, als sie 10,7 Prozent errangen, hat sich ihr Wert damit mehr als verdoppelt. Werden die Grünen zur Volkspartei?

Fest steht: Würde jetzt gewählt, könnten sie und die Sozialdemokraten gemeinsam mit der absoluten Mehrheit der Mandate rechnen. Denn auch die SPD erhält - wie in der Vorwoche - 24 Prozent und liegt damit in etwa auf dem Niveau ihres Wahlergebnisses von 23 Prozent vor einem Jahr. Grüne und SPD hätten damit 48 Prozent, was normalerweise zur absoluten Mehrheit der Sitze im Bundestag führt.

Regierungsparteien stürzen ab

Die Regierungsparteien haben dagegen seit ihrem Wahlsieg am 27. September 2009 in der Bevölkerung viel Vertrauen verspielt: Für die Union wollen nur noch 29 Prozent der Wähler stimmen, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. Sie liegt fast 5 Punkte unter ihrem mageren Resultat von 33,8 Prozent vor einem Jahr.

Am stärksten aber ist im Vergleich mit der Bundestagswahl die FDP abgestürzt: Zum dritten Mal in Folge kommt sie auf 5 Prozent. Seit der Wahl vor einem Jahr, als sie mit einem Rekordergebnis von 14,6 Prozent triumphierte, hat sie zwei Drittel ihrer Wähler verloren. Für die Linke würden sich 10 Prozent der Wähler entscheiden, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. 2009 hatte sie 11,9 Prozent geholt.

Von der Öko- zur Volkspartei?

Mit zusammen 48 Prozent liegen SPD und Grüne 14 Punkte vor Union und FDP, die gemeinsam auf 34 Prozent kommen. Insgesamt hat die Opposition aus SPD, Grünen und Linken mit 58 Prozent sogar einen Vorsprung von 24 Prozentpunkten vor dem Regierungslager. Die regierende Koalition dagegen kommt zusammen nur auf 34 Prozent.

In der Politikwissenschaft gilt eine Partei dann als Volkspartei, wenn sie den Mitgliedern aller Schichten etwas zu bieten hat und so eine breite Wählerschaft anspricht. Angesprochen fühlen sich durch die aktuelle Debatte um die AKW-Laufzeitverlängerung besonders viele atomkritische SPD-Wähler. Die treibe SPD-Chef Sigmar Gabriel mit seinem strikten Anti-Atomkurs zu den Grünen, sagt Forsa-Chef Manfred Güllner. Sie gingen "gleich zum Original".

Parteienforscher Karl-Rudolf Korte bezeichnete den Höhenflug der Grünen allerdings nur als eine "Popularitätsblase": Einen grundlegenden Wandel im Parteiensystem sehe er nicht, sagte der Politikwissenschaftler von der Universität Duisburg-Essen.

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