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Umfrage: Ansehen der USA durch Spähaffäre stark beschädigt

Vom Heilsbringer zum Buhmann  

USA in Deutschland so unbeliebt wie unter Bush

08.11.2013, 07:42 Uhr | t-online.de, AFP

Umfrage: Ansehen der USA durch Spähaffäre stark beschädigt. US-Präsident Barack Obama (Quelle: Reuters)

US-Präsident Barack Obama muss nicht nur im eigenen Land gegen großen Widerstand kämpfen, auch die Deutschen wenden sich von ihm ab (Quelle: Reuters)

Er galt als großer Heilsbringer und war gerade in Deutschland ein Superstar. Doch im Zuge der NSA-Affäre verlieren nicht nur die USA, sondern auch US-Präsident Barack Obama massiv an Ansehen. Sein Land ist so unbeliebt wie zur Regierungszeit seines Vorgängers George W. Bush. Der Anteil der Deutschen, die die Vereinigten Staaten für einen Partner halten, dem man vertrauen kann, sank nach dem ARD-"Deutschlandtrend" seit Juli um 14 Prozentpunkte auf 35 Prozent.

Nur den Russen trauen die Deutschen mit 20 Prozent noch weniger. 61 Prozent finden demnach, dass die USA kein vertrauenswürdiger Partner seien. Und nur noch 43 Prozent sind mit Obama zufrieden. Im April 2010 waren es neun von zehn Bundesbürgern gewesen: ein Wert, den kein anderer Politiker je erreicht hat. Etwas mehr als die Hälfte bewertet seine Arbeit inzwischen als negativ.

Bewunderung für Snowden

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hingegen, der die Spähaffäre ins Rollen brachte und in den USA als Landesverräter gilt, ist für die Mehrheit der Deutschen ein Held. Nur 14 Prozent betrachten ihn eher als Straftäter. Bei der Frage, ob Deutschland Snowden Asyl anbieten sollten, sind die Bürger allerdings gespalten: 46 Prozent sprechen sich dafür aus, 48 Prozent dagegen.

Auch das ebenfalls massiv spionierende Großbritannien leidet unter den Snowden-Enthüllungen. Ungebrochen ist das Vertrauen nur zum Nachbarn Frankreich, den 80 Prozent "vertrauenswürdig" nennen. Über die Briten sagt das nur jeder Zweite.

Grüne leicht im Aufwind

Bei den ebenfalls abgefragten Parteipräferenzen ergab die Umfrage von Infratest dimap wenig Neues: Knapp sieben Wochen nach der Bundestagswahl können die Grünen etwas zulegen. Sie kommen bei der Sonntagsfrage nun auf zehn Prozent. Die anderen Parteien bleiben gegenüber dem Vormonat unverändert: CDU/CSU steht bei 42 Prozent, die SPD holt 26 Prozent. Die Linke verharrt bei neun Prozent, und die aus dem Bundestag ausgeschiedene FDP erreicht drei Prozent.

Bei der Frage nach ihrer Lieblingskoalition gibt die Mehrheit der Deutschen nach wie vor die Große Koalition an. 55 Prozent fänden der Umfrage zufolge eine neue Bundesregierung von Union und SPD gut. 40 Prozent wäre eine anderes Bündnis lieber.

Die Liste der beliebtesten Politiker führt weiter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an. Mit ihrer Arbeit sind 69 Prozent der Deutschen zufrieden. Auf dem zweiten Platz folgt wieder Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit einer Zustimmung von 66 Prozent, auf Platz drei kommt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), mit deren Arbeit 54 Prozent der Deutschen zufrieden sind.

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