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ARD-Deutschlandtrend: Merkel hängt Seehofer in Wählergunst ab

Trotz anhaltender Flüchtlingsdebatte  

Beliebteste Politiker: Merkel hängt Seehofer ab

07.10.2016, 13:54 Uhr | AFP, Reuters

ARD-Deutschlandtrend: Merkel hängt Seehofer in Wählergunst ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt. (Quelle: imago images)

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt. (Quelle: imago images)

Der anhaltenden Kontroverse um ihre Flüchtlingspolitik zum Trotz hat Angela Merkel (CDU) wieder deutlich an Popularität gewonnen. Die Kanzlerin legte in der Umfrage ARD-"Deutschlandtrend" neun Punkte gegenüber dem Vormonat zu.

Damit kommt die CDU-Vorsitzende auf 54 Prozent Zustimmung. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der im September lediglich einen Punkt hinter Merkel gelegen hatte, verliert sieben Punkte und erreicht nur noch 37 Prozent Zufriedenheit. Seehofer tritt seit langem für eine harte Linie in der Flüchtlingspolitik ein und äußert regelmäßig scharfe Kritik an Merkels Kurs. Dies führte zu massiven Spannungen zwischen den Schwesterparteien CDU und CSU.

Beliebtester Politiker ist der Umfrage zufolge aber weiterhin Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit 75 Prozent. Auf ihn folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit 63 Prozent.

Bevölkerung: Rechtsextremismus größere Gefahr als islamistische Gewalt

Die Umfrage im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" ergab auch, dass 63 Prozent der Bürger eine Lösung der Flüchtlingskrise auf europäischer Ebene in naher Zukunft für nicht realisierbar halten, 35 Prozent glauben dagegen an eine Lösung. Bei der Integration der Flüchtlinge ist nach Ansicht der Bundesbürger die Vermittlung von Sprachkenntnissen die zentrale Aufgabe des Staates - 85 Prozent sehen dies als sehr wichtige Aufgabe.

Angesichts der Vielzahl von Angriffen auf Flüchtlingsheime sehen die Deutschen rechtsextreme Übergriffe oder Anschläge als größere Gefahr als islamistische Gewalttaten. 84 Prozent der Befragten erachten laut "Deutschlandtrend" die Gefahr rechtsextremer Gewalt als groß, 15 Prozent als gering. Bei islamistischer Gewalt liegt demnach das Verhältnis bei 68 zu 30 Prozent.

Die Befragungen für den "Deutschlandtrend" waren am Dienstag und Mittwoch erfolgt.

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