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Weltraum-Missionen: Wie die Erde ihr Sonnensystem erforscht

Überblick über Weltraum-Missionen  

Wie die Erde ihr Sonnensystem erforscht

27.05.2008, 15:23 Uhr | Von Richard Heister, AFP

Kinder erforschen das Sonnensystem an einer Tafel, Weltraumorganisationen wie die ESA und die NASA per Sonden vor Ort (Quelle: Reuters)Kinder erforschen das Sonnensystem an einer Tafel, Weltraumorganisationen wie die ESA und die NASA per Sonden vor Ort (Quelle: Reuters) Gäbe es intelligentes Leben auf dem Mars, die Marsianer könnten sich über mangelndes Interesse von ihrem Nachbarplaneten Erde wahrlich nicht beschweren. Neuester Besucher auf dem roten Planeten ist die amerikanische Raumsonde "Phoenix", die sicher auf dem Mars gelandet ist. Damit erforschen jetzt sechs irdische Geräte den Mars - drei am Boden und drei aus einer Umlaufbahn. Die Mars-Späher reihen sich ein in die insgesamt rund 20 Raumsonden und Forschungsgeräte, die derzeit im interplanetaren Raum im Einsatz sind. Viel Verkehr also in unserem Sonnensystem, wobei die zahllosen Sonden im Erdorbit und auch die Raumstation ISS gar nicht mitgerechnet sind.

Großer Entfernungsunterschiede

Denn die internationale Raumstation und auch das berühmte Weltraumteleskop "Hubble" umkreisen in nur wenigen hundert Kilometern Höhe die Erde. Die Reise zu Planeten, Asteroiden und Kometen dagegen führt weit hinaus ins Sonnensystem. Der Erdenmond als nächstgelegener Himmelskörper ist schon rund 380.000 Kilometer entfernt - er wird derzeit von einer chinesischen und einer japanischen Sonde umrundet. Weiter geht's ins innere Sonnensystem zu unserem inneren Nachbarplaneten (der Mars ist der äußere): Die Venus wird zur Zeit von der europäischen Sonde "Venus Express" der ESA erforscht.

Auch die Sonne im Visier

Noch weiter Richtung Sonne zieht der Merkur sein Bahn. Der innerste Planet des Sonnensystems ist Ziel der laufenden NASA-Mission "Messenger". Die 150 Millionen Kilometer entfernte Sonne, deren Licht rund acht Minuten bis zur Erde braucht, wird derzeit aus dem interplanetaren Raum von den beiden NASA-Sonden "Stereo" beobachtet. Zurück an Merkur, Venus und Erde vorbei führt die Reise zu unserem äußern Nachbarplaneten Mars, auf dem "Phoenix" gerade gelandet ist. Bereits seit Januar 2004 sind die beiden US-Rover "Spirit" und "Opportunity" auf der Marsoberfläche im Einsatz. Außerdem umkreisen drei irdische Späher den roten Planeten: die amerikanische Sonde "Mars Odyssey", Europas erste Planetensonde "Mars Express" und die NASA-Fernerkundungssonde "Mars Reconnaissance Orbiter".

Europa im All

Lange Reise durch den Gürtel

Zwischen Mars und dem Gasriesen Jupiter als erstem Planeten des äußeren Sonnensystems verläuft der Asteroidengürtel - ein Band, in dem hunderttausende Kleinkörper als Überbleibsel aus der Zeit der Planetenbildung die Sonne umkreisen. In diese Region ist die NASA-Sonde "Dawn" unterwegs, um dort den Zwergplaneten Ceres und den Asteroiden Vesta zu erforschen. Wie unermesslich weit dieser Weg ist, kann der normale Erdenbewohner an der Reisezeit von "Dawn" erahnen: Im September 2007 gestartet, hat die Sonde noch lange nicht den Mars passiert. Vesta soll die Sonde erst 2011 erreichen, Ceres gar 2015. Bereits 2005 entnahm die japanische Raumsonde "Hayabusa" Gesteinsproben auf Itokawa. Der Asteroid gehört zu dem Gürtel und umkreist die Sonne auf einer stark exzentrischen Bahn.

"Cassini" ist immer noch aktiv

Ausgezeichnete Bilder vom Jupiter, dem größten Planeten unseres Sonnensystems, lieferte kürzlich die amerikanische Sonde "New Horzions", die auf dem Weg zum weit entfernten Pluto ist. Lange Jahre galt Pluto als neunter und sonnenfernster Planet, 2006 wurde er allerdings zum Zwergplaneten degradiert. Während das Licht der Sonne bis zu Pluto fünfeinhalb Stunden braucht, trifft das Sonnenlicht beim Ringplaneten Saturn schon nach einer Stunde und 19 Minuten ein. Der Saturn, der zwischen Jupiter und Uranus unser Zentralgestirn umkreist, hat bereits seit geraumer Zeit Besuch von der Erde: Die noch immer aktive Raumsonde "Cassini" übermittelte den Astronomen bereits phantastische Bilder der Saturn-Ringe und der Monde des zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems.

Kupfergeschoss auf Komet

Neben den Planeten, ihren Monden und den Asteroiden haben aktuelle Raumfahrtmissionen auch Kometen zum Ziel. Kometen ähneln in ihrer Zusammensetzung schmutzigen Schneebällen und entwickeln bei ihrer Annährung an die Sonne oft einen Schweif. Auf einen solchen Schweifstern, den Kometen Temple 1, feuerte die NASA-Sonde "Deep Impact" im Juli 2005 ein 372 Kilo schweres Kupfergeschoss ab.

Spannende Landungen

Die europäische Weltraumagentur ESA schickte im März 2004 die Raumsonde "Rosetta" auf dem Weg zu einem Kometen mit dem schwierigen Namen "67 P/Tschurjumow-Gerassimenko". Die Ankunft ist für den Sommer 2014 geplant; an Bord der Sonde befindet sich auch das Landegerät "Philae", das auf dem vier Kilometer großen Kometen aufsetzen soll. Das wird mindestens genauso spannend wie der Landung von "Phoenix" auf dem Mars.

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