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Raumfahrt: Die ISS kreist seit zehn Jahren um die Erde

Erster Außenposten der Menschheit  

ISS feiert zehnjähriges Bestehen

19.11.2008, 10:28 Uhr

Die ISS umkreist seit zehn Jahren die Erde (Foto: ddp)

Seit mittlerweile zehn Jahren kreist die Internationale Raumstation ISS um die Erde: Im November feiert der erste Außenposten der Menschheit seinen Geburtstag. Seit ihrem ersten Flug hat die ISS schwierigste Außeneinsätze, eine Katastrophe und sechs ekstatische Weltraumtouristen erlebt. Bis heute ist sie Baustelle - und ihre Zukunft steht in den Sternen.

Der Grundstein der ISS wurde am 20. November 1998 gelegt. Damals startete eine russische Rakete mit einem ersten Bauteil ins All, dem Modul "Sarja" (Morgenröte). Es diente als erste Antriebs- und Versorgungseinheit. "Sarja" war im Auftrag der NASA in Russland gebaut worden. Auch das Geld dazu kam aus den USA - deshalb führt es die NASA bis heute als US-Modul.

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Nach nur wenigen Wochen brachte die US-Raumfähre "Endeavour" den ersten Verbindungsknoten in die Erdumlaufbahn, das Modul "Unity". "Sarja" sorgte aber weiterhin für die Kontrolle der Position der kleinen Raumstation, für die Kommunikation mit der Erde und die Energieversorgung. Als drittes Modul kam im Juli 2000 die zentrale Serviceeinheit "Swesda" (Stern) ins All, die viele Funktionen von "Sarja" übernahm und der erste Wohnraum für die Astronauten war. "Sarja" wird inzwischen vor allem als Lagerraum und Tank genutzt.

Ausbau stockte immer wieder

Doch der Aufbau kam nicht immer so zügig voran. Hauptgründe waren und sind vor allem die Geldsorgen der Russen und die Probleme der USA mit ihrem Shuttle. Einen schweren Rückschlag erlitt das Projekt, als im Januar 2003 die US-Raumfähre "Columbia" in der Erdatmosphäre verglühte. Sieben Crew-Mitglieder starben. Das Unglück verzögerte den Ausbau der Station um zwei Jahre, weil zunächst keine neuen Shuttle-Flüge zum Ausbau starteten.


Pleiten, Pech und Pannen

Ins Rampenlicht geriet die ISS in den vergangenen Jahren auch immer wieder durch Pannen und Kuriositäten, wie den gefährlich harten Landungen von russischen Sojus-Raumkapseln, einem defekten Klo oder einer Werkzeugtasche, die im All verschwand.

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Teuerste WG aller Zeiten

Von Anfang an gab es Kritik an dem Projekt: Mit Gesamtkosten von geschätzt 100 Milliarden Euro sei die Station viel zu teuer. Diese Summe stehe in keinem Verhältnis zu seiner Nützlichkeit, meinen ISS-Gegner. Vor allem bei der Forschung leiste die Raumstation deutlich weniger als geplant. Das soll sich ändern, sobald die Besatzung aufgestockt ist.


Raumfähre bringt gemütlichere Betten

Im September 2000 kamen erstmals zwei Besatzungsmitglieder in die ISS. Seit diesem Jahr ist die Station permanent von zwei oder drei Raumfahrern besetzt. Künftig sollen sogar sechs Astronauten dauerhaft in der Schwerelosigkeit leben. Damit Platz für den Zuwachs ist, brachte die US-Raumfähre "Endeavour" im November 2008 Tonnen von Baumaterial zur Internationalen Raumstation - unter anderem neue Schlafkabinen, eine zweite Toilette, neue Kochöfen, einen Kühlschrank und sogar Fitnessgeräte.


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Deutsche Wissenschaftler im Team

Gut ein Dutzend Nationen - neben den USA und Russland vor allem die Europäer, Japan und Kanada - sind bei der außerirdischen Wohngemeinschaft mit dabei. Europas Hauptbeitrag zur ISS sind das Weltraumlabor "Columbus" und der Raumtransporter ATV. Deutsche Wissenschaftler sind seit Beginn der wissenschaftlichen Nutzung der Raumstation im Jahr 2001 im Team. Im Sommer 2006 flog der Astronaut Thomas Reiter als erster Deutscher zur ISS.

Station soll 2010 fertig sein

Die ISS ist inzwischen auf die Größe eines Fußballfeldes mit einer Gesamtmasse von rund 300 Tonnen angewachsen, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt berichtete. Bei klarem Wetter ist sie manchmal sogar mit bloßem Auge zu entdecken. Nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2010 soll die ISS aus sechs Forschungslaboren, zwei Wohneinheiten, einer Beobachtungskuppel, etlichen Stauräumen, Verbindungsknoten, Andockvorrichtungen und Roboterarmen bestehen.

Krach zwischen den Großmächten

Wie die ISS aussehen soll, steht schon seit Jahren fest - doch wohin sie steuert ist ungewiss. Die USA wollen ihre Weltraumshuttles bis 2010 einmotten - das Nachfolgesystem Orion steht aber frühestens 2015 zur Verfügung. In der Zwischenzeit muss die NASA Plätze auf russischen Sojus-Flügen buchen. Das Problem ist, dass US-Behörden aus politischen Gründen aber eigentlich kein Geld für russische Raumfahrttechnik ausgeben dürfen. Im Jahr 2015 läuft zudem die ursprünglich geplante Betriebsdauer ab. Wird diese nicht verlängert, würde die Station gerade dann im Pazifik versenkt, wenn das Leben auf der ISS so richtig in Schwung gekommen ist.

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