• Home
  • Panorama
  • Wissen
  • Weltall
  • Satellitenbilder offenbaren Dicke der Erdkruste


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextAchtj├Ąhrige stirbt nach BadeunfallSymbolbild f├╝r einen TextDeutsche Exporte nach Russland gestiegenSymbolbild f├╝r einen TextTesla stoppt Produktion in Gr├╝nheideSymbolbild f├╝r einen TextGletschersturz in Italien: Weitere OpferSymbolbild f├╝r einen TextDax-Konzern fliegt aus wichtiger RanglisteSymbolbild f├╝r einen TextSarah Kern erlitt SchlaganfallSymbolbild f├╝r einen TextAirbus-Notlandung in FrankfurtSymbolbild f├╝r einen TextKontaktlinse bringt Handy ins AugeSymbolbild f├╝r einen TextLeila Lowfire: "bespuckt und geschlagen"Symbolbild f├╝r einen TextAnna-Maria Ferchichi hat die Haare abSymbolbild f├╝r einen Text76-J├Ąhriger masturbiert vor KindernSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserAldi senkt ├╝berraschend PreiseSymbolbild f├╝r einen TextSo beugen Sie Geheimratsecken vor

Weltkarte zeigt d├╝nne Haut der Erde

spiegel-online, Von Axel Bojanowski, "Spiegel Online"

Aktualisiert am 15.03.2012Lesedauer: 3 Min.
ESA-Satellit "Goce" hat einen Atlas der Schwerkraft erstellt
ESA-Satellit "Goce" hat einen Atlas der Schwerkraft erstellt (Quelle: ESA)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Wo beginnt tief im Boden die vulkanische Unterwelt? Ein neuer Atlas enth├╝llt die Dicke der Erdkruste: Sichtbar wird etwa der Urgrund der Alpen und des Himalaja - und ein Schwei├čbrenner, der in der Zukunft Europa spalten wird.

Auf die d├╝nne Haut der Erde kommt es an: Die Erdkruste bildet die Umwelt aller Lebewesen, in ihr lagern s├Ąmtliche Rohstoffe, und wenn sie bebt, drohen Katastrophen. Forscher wissen erstaunlich wenig ├╝ber die ├Ąu├čere H├╝lle des Planeten, noch keine Bohrung hat sie durchdrungen. Vor allem Erdbebenwellen liefern Informationen aus der Tiefe. Nun aber pr├Ąsentieren Wissenschaftler der Europ├Ąischen Raumfahrtbeh├Ârde (ESA) eine Weltkarte der Erdkrustendicke, die offenbart, was sonst unter der Oberfl├Ąche verborgen bleibt.

├ähnlich wie die zarte Haut eines Apfels liegt die Kruste auf der Erde. Der neue Atlas zeigt nun regionale Unterschiede: Deutlich zeichnen sich etwa die Wurzeln gro├čer Gebirge wie der Alpen oder des Himalaja auf der Karte ab.

Auch die Spuren abtauchender Erdplatten im Untergrund werden sichtbar, beispielsweise unter S├╝damerika, wo der Meeresboden des Pazifiks mit einem Zentimeter pro Monat ins Erdinnere ruckelt. Der Atlas offenbart Spuren der Erdgeschichte, er zeigt, wo sich unter der Oberfl├Ąche alte Kontinente verbergen. Die Auswertung der Daten soll zudem Hinweise auf Bodensch├Ątze liefern.

Abgeprallt im Boden

103 Jahre nach der Entdeckung der Erdkrustengrenze liege nun erstmals eine detailgenaue Weltkarte ihrer Dicke vor, jubelt die ESA. 1909 hatte der kroatische Seismologe Andrija Mohorovicic entdeckt, dass der Planet eine ├Ąu├čere H├╝lle hat: Die Wellen eines Erdbebens in Zagreb waren erstaunlicherweise wenige Kilometer im Boden abgeprallt - die Barriere zum Erdmantel hei├čt seither Mohorovicic-Diskontinuit├Ąt, oder einfach Moho.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Die Lage in Deutschland ist ein Skandal
Obdachloser in D├╝sseldorf: Immer mehr Menschen leben in Armut.


Noch immer basieren die meisten Karten des Untergrunds auf Erdbebendaten. Die Daten der neuen Weltkarte aber stammen aus dem All: In nur 255 Kilometer H├Âhe - so niedrig wie kein anderer Satellit - umschwebt die ESA-Sonde "Goce" die Erde, sie misst die Schwerkraft, also die Beschleunigung durch die Erdanziehung. Grob gilt der Grundsatz: Je st├Ąrker die Anziehungskraft, desto d├╝nner die Erdkruste. Der Zusammenhang ergibt sich, weil das Gestein unter der Kruste massiger ist - es beschleunigt den "Goce"-Satelliten umso st├Ąrker, je n├Ąher es an der Oberfl├Ąche liegt.

Die Moho wirkt geradezu magisch auf Geoforscher: Die Untergrenze der Erdkruste markiert quasi den Beginn der Unterwelt, dort entspringen Vulkane. Direkt unter der Moho liegt aber zun├Ąchst das dunkle, schwere Gestein des Erdmantels, das zum gro├čen Teil aus dem Mineral Olivin besteht. Darunter brodelt die mehr als tausend Grad hei├če Asthenosph├Ąre, eine teils geschmolzene Schicht, die Vulkane speist.

Die Wurzeln des Mount Everests

Unter Ozeanb├Âden ist der Weg nicht so weit zum Magma im Untergrund, dort endet die Erdkruste teils schon in drei Kilometer Tiefe. Entlang der Mittelozeanischen R├╝cken quillt sogar das Magma aus dem Boden, dort liegt das Gestein des Erdmantels fast an der Oberfl├Ąche.

Die Moho offenbart die wahre Gr├Â├če von Gebirgen: Wie Eisberge ragen Berge nur zu einem kleinen Teil hervor, ihr Hauptteil liegt versunken in der Erde. Die Moho-Weltkarte zeigt, dass die Alpen 50 Kilometer ins Erdinnere reichen - ihre Gipfel erheben sich gerade mal gut ein Zehntel so weit in den Himmel. Die Wurzeln des Himalaja liegen gar in knapp hundert Kilometer Tiefe, der Gipfel des h├Âchsten Bergs - des Mount Everests -, t├╝rmt sich knapp neun Kilometer nach oben.

Besonders tief reicht die Moho auch im Norden Skandinaviens - dort verr├Ąt sich uralte Erdkruste im Untergrund: Die Region geh├Ârt zu den ├Ąltesten der Welt, mehrfach t├╝rmten sich zusammensto├čende Erdplatten zu Gebirgen auf und wurden teils wieder eingeebnet.

Deutschlands dicke Mitte

Die Kruste Deutschlands ist meist zwischen 30 und 40 Kilometer tief. Unter den Mittelgebirgen ist das Land besonders dick, dort verbirgt sich der Boden eines Ur-Ozeans im Boden. Er wurde vor rund 400 Millionen Jahren wie ein Keil in die Kruste getrieben, als sich der S├╝den des Landes gegen den Norden schob - und Deutschland damit erstmals vereint wurde.

D├╝nner wird die Erdkruste unter dem S├╝dwesten Deutschlands. Dort k├╝ndigt sich das Auseinanderbrechen Europas an: Der Erdmantel w├Âlbt sich bis 24 Kilometer unter die Erdoberfl├Ąche - wie ein Schwei├čbrenner dr├╝ckt er die Erdkruste zwischen Basel und Mainz auseinander; regelm├Ą├čig k├╝nden leichte Erdbeben von der Spaltung.

Der Boden entlang des Oberrheingrabens bricht langsam entzwei. Beide Flanken des Oberrheingrabens haben sich im Laufe der vergangenen 30 Millionen Jahre bereits Dutzende Kilometer von einander entfernt; Vogesen und Schwarzwald waren einst vereint. Sofern die Spaltung weiter geht, k├Ânnte in einigen Millionen Jahren zwischen Deutschland und Frankreich ein Ozean schwappen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
DeutschlandErdbebenWeltall
Justiz & Kriminalit├Ąt




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website