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"Pille danach": Antibabypille entzweit deutschen Bundestag

Opposition will Gröhe überzeugen  

"Pille danach" über 460.000 Mal verschrieben

13.02.2014, 15:05 Uhr | dpa, AFP

"Pille danach": Antibabypille entzweit deutschen Bundestag. Die "Pille danach" soll nach Expertenmeinung rezeptfrei werden.  (Quelle: dpa)

Die "Pille danach" soll nach Expertenmeinung rezeptfrei werden. (Quelle: dpa)

Die "Pille danach" sorgt am Donnerstag für Diskussionen im Bundestag. Die Opposition will ein Ende der Verschreibungspflicht erreichen. Auch der Bundesrat hat bereits die Freigabe gefordert.

Im Vorfeld meldete die "Bild"-Zeitung, dass die "Pille danach" im vergangenen Jahr 463.000 Mal verschrieben wurde. Diese Zahl ergebe sich aus Daten des Marktforschungsinstitutes IMS Health. Pro Verordnung erhielten die Ärzte demnach von den Krankenkassen 25 bis 29 Euro Honorar.

Die Opposition muss sich mit ihren Forderungen allerdings gegen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) durchsetzen, der sich am Wochenende gegen eine Freigabe der "Pille danach" aussprach. Der Bundestag berät am Donnerstag über Anträge der Linkspartei und von den Grünen.

CSU lehnt "Pille danach" ab

Die SPD-Politikerin Hilde Mattheis hatte Gröhe aufgefordert, seine Ablehnung zu überdenken. Auch die CSU bleibt bei ihrer strikten Ablehnung. "Für ein Festhalten an der bisherigen Rezeptpflicht gibt es gute Gründe", sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mit Blick auf die anstehenden Bundestags-Beratungen.

Die "Pille danach" sei keine Halsschmerztablette. "Es handelt sich vielmehr um ein starkes Medikament, das in den Hormonhaushalt der Frauen eingreift. Die Folge können heftige Nebenwirkungen sein." Kritik an dieser Position sei unverständlich.

"Donum Vitae" uneins

Innerhalb der katholischen Schwangerenberatung "Donum Vitae" gibt es unterschiedliche Haltungen zur Rezeptpflicht für die "Pille danach". Die Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch sagte der dpa am Donnerstag, "Donum vitae" sei für die Beibehaltung der Rezeptpflicht.

Der Landesverband NRW vertrat jedoch die gegenteilige Auffassung: Das Medikament solle rezeptfrei in Apotheken zu haben sein, sagte Referent Matthias Heidrich und bestätigte damit einen Bericht des "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Pille danach" kann Schwangerschaft verhindern

Die "Pille danach" ist ein Präparat auf Basis des Wirkstoffes Levonorgestrel. Sie kann eine Schwangerschaft verhindern, wenn es bis spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird.

Sie verschiebt den Eisprung so lange, bis die Überlebenszeit der Spermien überschritten ist. Derzeit muss die "Pille danach" von Ärzten verschrieben werden.

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