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"Pille danach" entzweit Große Koaltion weiterhin

Diskussion im Bundestag  

"Pille danach" entzweit Große Koaltion weiterhin

14.02.2014, 09:53 Uhr | dpa, AFP

"Pille danach" entzweit Große Koaltion weiterhin. Die "Pille danach" soll nach Expertenmeinung rezeptfrei werden.  (Quelle: dpa)

Die "Pille danach" soll nach Expertenmeinung rezeptfrei werden. (Quelle: dpa)

Die "Pille danach" sorgte am Donnerstag für Diskussionen im Bundestag. Die Opposition als auch die SPD forderten ein Ende der Verschreibungspflicht, doch das Bundesgesundheitsministerium um Hermann Gröhe (CDU) will an der Rezeptpflicht festhalten. Die Große Koalition ist entzweit.

Trotz der SPD-Forderung nach einer Freigabe der "Pille danach" will das Bundesgesundheitsministerium an der Rezeptpflicht festhalten. Die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) erklärte am Donnerstagabend im Bundestag, man lege großen Wert auf die ärztliche Beratung der Betroffenen. "Das stärkt Frauen in ihrer Selbstbestimmung und gibt ihnen Sicherheit."

Auch die CSU bleibt bei ihrer strikten Ablehnung. "Für ein Festhalten an der bisherigen Rezeptpflicht gibt es gute Gründe", sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mit Blick auf die anstehenden Bundestags-Beratungen.

SPD stellt sich Union entgegen

Nachdem das umstrittene Thema im Koalitionsvertrag ausgespart wurde, gehen die Sozialdemokraten jetzt auf Konfrontationskurs zur Union. "Ich glaube, dass wir als SPD in wichtigen und zentralen Punkten unsere Position durchaus weiter vertreten sollten", sagte die SPD-Gesundheitsexpertin Hilde Mattheis im ARD-"Morgenmagazin".

Auch ihr Fraktionskollege Karl Lauterbach hält eine Beratung durch den Apotheker für ausreichend. Nebenwirkungen seien äußerst selten und verliefen in der Regel sehr mild, sagte er im Bundestag.

"Donum Vitae" uneins

Doch nicht nur in der großen Koalition gehen die Meinungen auseinander, sondern auch bei der katholischen Schwangerenberatung "Donum Vitae". Die Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch sagte der dpa, ihre Organisation sei für die Beibehaltung der Rezeptpflicht. Das Medikament sei mit einem massiven Hormonstoß verbunden und deshalb "gar nicht so unproblematisch". Der nordrhein-westfälische Landesverband von "Donum Vitae" will hingegen eine rezeptfreie Abgabe in der Apotheke. Referent Matthias Heidrich sagte zur Begründung, auf dem Land könne es schwer sein, innerhalb der 72-Stunden-Frist einen Arzt zu finden, der das notwendige Rezept ausstellt.

"Pille danach" kann Schwangerschaft verhindern

Die "Pille danach" verzögert den Eisprung und kann somit eine Schwangerschaft verhindern, wenn das Medikament spätestens 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Bislang muss dieses Produkt vom Arzt verschrieben werden.

Im Vorfeld meldete die "Bild"-Zeitung, dass die "Pille danach" im vergangenen Jahr 463.000 Mal verschrieben wurde. Diese Zahl ergebe sich aus Daten des Marktforschungsinstitutes IMS Health. Pro Verordnung erhielten die Ärzte demnach von den Krankenkassen 25 bis 29 Euro Honorar.

Der zuständige Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht hatte allerdings empfohlen, die Rezeptpflicht aufzuheben. Auch die Oppositionsfraktionen von Linken und Grüne befürworten das.

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