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Terrorgefahr in Norwegen: Anschläge durch Islamisten befürchtet

Akute Terrorgefahr  

Geheimdienst warnt vor Anschlägen in Norwegen durch Islamisten

26.07.2014, 10:47 Uhr | rtr, dpa, AP

Terrorgefahr in Norwegen: Anschläge durch Islamisten befürchtet. Patrouille am Osloer Flughafen.

Patrouille am Osloer Flughafen. Foto: Audun Braastad. (Quelle: dpa)

Eine Gruppe islamistischer Terroristen befindet sich nach Angaben des norwegischen Geheimdienstes auf dem Weg nach Norwegen, um "im Westen" einen Anschlag zu verüben. "Wir haben Informationen bekommen, dass eine Gruppe Personen mit dem Ziel aus Syrien ausgereist ist, einen Terrorangriff im Westen durchzuführen, und Norwegen wurde konkret genannt", sagte der Chefananalyst des norwegischen Geheimdiensts, Jon Fitje Hoffmann, am Freitag dem Sender TV2. "Wir arbeiten daran, die Information aufzuklären und zu verifizieren."

Das Innenministerium hatte am Donnerstag vor einer möglichen Terroraktion von Islamisten in Norwegen in den nächsten Tagen gewarnt. Geheimdienstchefin Benedicte Björnland berief sich auf "verlässliche Informationen" ausländischer Partner, wonach es schon in den nächsten Tagen einen Angriff geben könnte. Seitdem sind Polizei und Bevölkerung in höchster Alarmbereitschaft.

Islamistische Extremisten werden zur Gefahr für Europa

Mehrere europäische Länder warnen immer wieder vor der Gefahr islamistischer Extremisten aus dem Syrien-Krieg. Dabei geht es unter anderem um radikalisierte Kämpfer, die aus Europa stammen und dorthin zurückkehren könnten. Ein französischer Dschihadist soll nach seinem Einsatz in den Reihen der Terrormiliz Islamischer Staat den Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel Ende Mai verübt haben. Dort wurden vier Menschen getötet.

Nach einer Einschätzung des norwegischen Geheimdiensts sind rund 50 Menschen von Norwegen aus nach Syrien gereist, um dort zu kämpfen. Die Hälfte davon sollen inzwischen zurückgekehrt sein.

Gaza-Konflikt schürt Angst vor Syrien-Schläfern

Außenexperten warnen seit Wochen, dass die Konflikte im Irak, in Syrien und im Gazastreifen einen Flächenbrand im Nahen Osten auslösen könnten. Der norwegischen Polizei zufolge könnten die Kämpfe zwischen Israelis und der Hamas auch eine gefährliche Rückwirkung in Europa haben. In ganz Europa geht die Zahl militanter Islamisten, die zuvor im syrischen Bürgerkrieg kämpften, mittlerweile in die Tausende. Und die anti-israelischen Demonstrationen in europäischen Städten deuten nach Angaben von Sicherheitsbehörden darauf hin, dass sich die Stimmung in der islamistischen Szene durch den Gaza-Konflikt radikalisiert.

Keine Bedrohung für Deutschland erkennbar

Was die Behörden alarmiert, ist vor allem die steigende Zahl der Islamisten, die auf Seiten sunnitischer Gruppen im syrischen Bürgerkrieg kämpfen wollen. Das Bundesinnenministerium sprach am Freitag davon, dass mehr als 320 Islamisten aus Deutschland Richtung Syrien ausgereist seien. Mehr als 100 Islamisten seien bislang zurückgekehrt, darunter mehr als ein Dutzend mit echter Kampferfahrung. "Sie haben durch die Kämpfe eine Radikalisierung und Brutalisierung durchgemacht", sagt der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach.

Offiziell allerdings ist man zurückhaltend, was die reale Gefahr angeht. Das Problem sei nicht neu, und Bundesinnenminister Thomas de Maiziere habe mehrfach darauf hingewiesen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag. Es gebe keinen Anlass, die Bedrohungslage wie etwa in Norwegen hochzustufen. Beim Bundeskriminalamt wird allerdings darauf verwiesen, dass die Problematik "sehr, sehr ernst" zu nehmen sei. Und auch Bosbach warnt als Vorsitzender des Innenausschusses des Bundestages: "Unabhängig vom Gaza-Konflikt sind die Syrien-Rückkehrer die Gruppe, um die wir uns am meisten Sorgen machen."

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