Sie sind hier: Home > Politik >

Grizzly-Bären leiden im Winterschlaf an Diabetes

Diabetes und Fettlebigkeit  

Grizzly-Bären werden im Winterschlaf zuckerkrank

06.08.2014, 11:28 Uhr | dpa

Grizzly-Bären leiden im Winterschlaf an Diabetes. Der Körper eines Grizzly-Bären reagiert beim Winterschlaf kaum noch auf Insulin. (Quelle: dpa)

Der Körper eines Grizzly-Bären reagiert beim Winterschlaf kaum noch auf Insulin. (Quelle: dpa)

Fett und doch gesund: Grizzly-Bären im Herbst zeigen keine Zeichen für Diabetes mellitus – Tiere im Winterschlaf schon. Dies zeige, wie komplex das Zusammenspiel zwischen Fettleibigkeit und Diabetes sei, erklären US-amerikanische Forscher.

Wenn Grizzly-Bären Winterschlaf halten, entwickeln sie eine Art Diabetes – nicht aber kurz davor. Im Herbst seien die Tiere zwar sehr dick, aber symptomfrei, wenige Wochen darauf während des Winterschlafs dann diabetisch, berichten Forscher im Fachjournal "Cell Metabolism". Beim Aufwachen im Frühling seien sie dann wieder "geheilt". Fettleibigkeit führe also nicht zwangsläufig zu Diabetes, schreiben die Forscher.

Grizzlys trotz Winterspeck gesund

Kennzeichnend für Diabetes Typ 2 ist, dass der Körper kaum noch auf das Hormon Insulin anspricht, was als Insulinresistenz bezeichnet wird. Übergewicht steht an erster Stelle der angenommenen Ursachen.

Die Gruppe um Kevin Corbit vom Biotechkonzern Amgen Inc. in Thousand Oaks (US-Bundesstaat Kalifornien) wollte bei Grizzly-Bären herauszufinden, wie sie sich Winterspeck anfressen können, ohne zu erkranken.

Körper reagiert beim Winterschlaf kaum auf Insulin

Vermutet wurde, dass der Bärenkörper den Stoffwechsel über die Menge des Insulins regelt, das die Bauchspeicheldrüse ausschüttet, erläutern die Forscher. Anders als beim Menschen ändert sich das Insulinlevel im Blut bei den Bären jedoch nicht, schreiben die Forscher. Die Menge an Insulin im Blut und auch die Höhe des Blutzuckerspiegels blieben während der aktiven Zeit wie auch während des Winterschlafs in etwa gleich hoch.

Stattdessen reagiert der Körper beim Winterschlaf kaum noch auf Insulin, fanden die Forscher. Noch kurz vor dem Winterschlaf, wenn die Bären im Jahresverlauf am meisten Fett besäßen, seien sie sehr empfänglich für Insulin, schreiben Corbit und Kollegen. Danach aber schalte ein Protein namens PTEN die Empfindlichkeit der Fettzellen für Insulin quasi ab, so dass der Körper ungestört Fettabbau betreiben könne. Im Frühjahr sei der Körper dann wieder für Insulin empfänglich.

Bis zu sieben Monate Winterschlaf

Die Wissenschaftler hatten von mehreren Grizzlys (Ursus arctos horribilis) verschiedenen Alters und beiderlei Geschlechts im Oktober, Januar und Mai – also vor, während und nach dem Winterschlaf – Gewebeproben aus Speck, Leber und Wadenmuskel genommen. Sie stellten dabei auch fest, dass die Bären Energie für den Winterschlaf ausschließlich im Fettgewebe speichern und nicht in Leber und Muskeln wie viele fettleibige Tiere anderer Arten.

Grizzlys halten bis zu sieben Monate Winterschlaf, in denen sie ausschließlich von ihren Fettreserven zehren. Ihre Körpertemperatur halten sie dabei nahezu am Normalwert.

Diabetes und Übergewicht in komplexen Zusammenspiel

Die Ergebnisse zeigten ein weiteres Mal, wie komplex das Zusammenspiel von Übergewicht und Diabetes sei, schreiben die Forscher. Sie seien ein Beleg dafür, dass beide Phänomene keineswegs wie lange angenommen immer Hand in Hand gingen. Bei einigen Patienten könne der zelluläre Mechanismus, der sie dick werden lasse, vor Diabetes schützen - etwa eine geringe Menge des Proteins PTEN. Bei anderen Menschen könne der zu Diabetes führende Zellmechanismus gleichzeitig der Faktor sein, der sie vor Übergewicht schütze. Therapien müssten die Einzelsituation besser berücksichtigen, so die Forscher.

Enyzym löst Diabetes aus

Erst Anfang Juli hatten Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und den USA in der Fachzeitschrift "Cell" berichtet, dass wahrscheinlich vielfach das Enzym Hämoxygenase-1 (HO-1) dafür verantwortlich ist, dass übergewichtige Menschen an Diabetes erkranken - und nicht Körpergewicht, Bauchfettmenge oder Fettanteil. Menschen mit niedriger HO-1-Aktivität entwickeln demnach selten Folgeerkrankungen. Menschen mit hohem HO-1-Spiegel haben dagegen häufiger Diabetes.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die DSL-Alternative mit LTE50. Pausieren jederzeit möglich
zum Homespot 200 bei congstar
Klingelbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2019