Sie sind hier: Home > Politik >

US Navy Seals: Team 6 wird zu Menschenjägern

Navy Seals werden zu Menschenjägern  

"New York Times" beleuchtet Einsätze der US-Spezialeinheit "Team 6"

08.06.2015, 11:54 Uhr | AFP

Die US-Spezialeinheit der Navy Seals wurde durch die Tötung von Osama bin Laden weltbekannt. In den vergangenen Jahren hat das berühmte "Team 6" seine Einsätze laut einem Bericht der "New York Times" global ausgeweitet. Seit das Sondereinsatzteam 2001 vergrößert wurde, habe es sich zu einer "globalen Menschenjagd-Maschine" entwickelt. Die Zeitung veröffentlichte Ergebnisse einer Analyse, die sich auf Gespräche mit Dutzenden früheren und gegenwärtigen Navy Seals sowie mit anderen Militärvertretern stützt

Habe es sich früher um eine kleine Einheit mit wenigen Einsätzen gehandelt, seien für sie gezielte Tötungen mittlerweile zur "Routine" geworden, hieß es in dem Bericht. Nun gebe es zunehmend Besorgnis über exzessives Töten und zivile Opfer der Einsätze.

Bis zu 25 Tötungen pro Nacht

Ein Wendepunkt ereignete sich laut "NYT" 2006, als der damalige Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, Stanley McCrystal, das Team 6 vermehrt in den dortigen Kampf gegen die radikalislamischen Taliban einband. Zwischen 2006 und 2008 habe es Nächte gegeben, in denen die Elitesoldaten zehn bis 15, manchmal sogar bis zu 25 Menschen getötet hätten, schrieb die "NYT".

Die "Typen sind wild geworden (...) diese Tötungsorgien sind Routine geworden", zitierte die Zeitung ein Ex-Mitglied, ohne dessen Namen zu nennen. Zugleich seien die Zielpersonen immer weniger bedeutend geworden. "2010 haben die Jungs Straßendiebe verfolgt.... Die bestausgebildeten Soldaten der Welt verfolgten Straßendiebe", sagte das Ex-Mitglied.

"Wenn es eine Bedrohung ist, töte es."

Ein früherer hochrangiger Militärvertreter sagte laut "NYT": "Ob ich denke, dass es mehr Tötungen gab als es gegeben haben sollte? Sicher." Die Einstellung der Eliteeinheit habe gelautet: "'Wenn es eine Bedrohung ist, töte es' und später merkst du 'Oh, vielleicht habe ich die Gefahr überschätzt'".

Dem Bericht zufolge war das Team 6 in den vergangenen Jahren unter anderem in Syrien, im Irak, in Somalia und im Jemen im Einsatz. Etwa 30 aus den Reihen von Team 6 und seiner Helfer in der US-Armee seien im Einsatz ums Leben gekommen und die wenigsten blieben von gesundheitlichen Schäden verschont.

Zu den Erfolgen der Truppe zählte die Befreiung von US-Geiseln in Somalia. An Fehlschlägen nannte die "NYT" eine versuchte Geiselbefreiung 2009 im afghanischen Ghasi Chan, bei der zehn Dorfbewohner getötet wurden, sowie der Tod der Britin Linda Norgrove im Oktober 2010 bei einer missglückten Befreiungsaktion in Afghanistan.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal