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Komet Tschuri: Leben Mikroorganismen im All?

Forscher untersuchen Kometen  

Auf Tschuri könnten Mikroorganismen am Werk sein

08.07.2015, 09:49 Uhr | AFP

Weisen die bizarren Landschaften auf dem Kometen Tschuri auf die dortige Existenz von Mikroorganismen hin? Diese Theorie über den Zielkometen der Raumsonde "Rosetta" vertreten Astronomen der Universität Cardiff.

Nach "Rosetta"-Beobachtungen sei der Komet 67P/Tschurjumov-Gerasimenko kein "tiefgefrorener, inaktiver Körper" sondern geologisch aktiv, hob der Wissenschaftler Max Willis am Montag in einer Erklärung hervor, die von der Royal Astronomical Society (RAS) verbreitet wurde. Der Komet biete womöglich mikroskopisch kleinen Lebensformen bessere Bedingungen "als die Arktis und die Antarkis auf der Erde".

"Hinweis auf Leben" auf Tschuri

Wallis und sein Kollege Chandra Wickramasinghe stellten ihre Theorie am Montag bei einem Treffen der RAS in Llandudno in Wales vor. Sie verwiesen auf die bereits vor Monaten erfolgte Entdeckung organischen Materials durch "Rosetta", das dem Kometen seine überraschend dunkle und nicht reflektierende Oberfläche verleihe und als "Hinweis auf Leben" gedeutet werden könne.

Wickramasinghe vertrat in einer E-Mail an AFP die Auffassung, dass möglicherweise Mikro-Organismen für die Entstehung von "Taschen mit Hochdruckgasen" unter der Kometenoberfläche gesorgt hätten, durch die das darüber liegende Eis gesprengt und organische Teilchen herausgeschleudert worden seien.

"Rosetta"-Fotos zeigen Hohlräume

Die Auswertung von "Rosetta"-Bildern des Kometen hatten zuletzt ergeben, dass sich unter dessen Oberfläche offenbar große Hohlräume erstrecken, die nach und nach einstürzen. Die dabei entstehenden Schächte seien offenbar "ein typisches Merkmal von Kometen", hatte einer der Missions-Wissenschaftler damals erklärt.

Die "Rosetta"-Sonde hatte mit ihrem Landeroboter "Philae" im vergangenen Sommer nach zehnjähriger Reise ihren Zielkometen Tschuri erreicht und umkreist seither den kleinen Himmelskörper. Im vergangenen November landete das Minilabor "Philae" auf dem Kometen.

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