Sie sind hier: Home > Politik >

"Tschuri": Frühlingswetter verändert Form des Kometen

Sonne lässt Eis schmelzen  

Frühlingswetter auf dem Kometen "Tschuri"

24.09.2015, 14:38 Uhr | dpa

Ähnlich wie in den Alpen im Frühling schmilzt und gefriert auch das Eis auf dem Kometen "Tschuri". Das "Tauwetter" auf dem fernen Kometen führt dazu, dass er seine Form verändert und unterschiedlich stark aktiv ist. 

Das beobachtete die europäische Raumsonde "Rosetta" an einer eisbedeckten Region des Kometen. Wie an einem sonnigen Frühlingstag in den Alpen schmolz dort Wassereis, sobald die Sonne aufging, und verflüchtigte sich zum Teil. Sobald die Sonne unterging, gefror das verbliebene Wasser wieder. Ein internationales Forscherteam um Maria Cristina de Sanctis vom Astrophysikalischen Institut INAF in Rom stellt die "Rosetta"-Beobachtungen im britischen Fachblatt "Nature" vor.

Aktivitätsschwankungen auf dem Kometen

Das Tauwetter auf "Tschuri" führte so zu regelmäßigen Aktivitätsschwankungen, denn das Eis ist auf dem Kometen nicht gleichmäßig verteilt. Die Wissenschaftler hatten für die Studie eine besonders eisreiche Region an einem dünnen Bereich von "Tschuri" ausgewählt, der die beiden großen Teilstücke des Kometenkerns verbindet. Ein Wasser-Eis-Kreislauf wie er dort jetzt beobachtet wurde, war schon früher als ein Antrieb der schwankenden Aktivität von Kometenkernen postuliert worden, konnte bislang aber nicht nachgewiesen werden.

Die Forscher nehmen an, dass der von "Rosetta" nun erstmals aufgezeichnete Kreislauf typisch für Kometen ist und sich damit auch der schwankende Wasserdampfausstoß von Schweifsternen wie 9P/Tempel 1 und 103P/Hartley 2 erklären lässt. Auch Berliner Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt waren an der Studie beteiligt.

"Tschuri" verändert sich durch Sonneneinstrahlung 

Generell verändert sich "Tschuri", der offiziell 67P/Tschurjumow-Gerassimenko heißt, durch die Sonneneinstrahlung stark. Erst kürzlich hatten andere Forscher berichtet, dass aus einem auffällig gezackten Steilhang im Laufe der Annäherung an die Sonne zwei beckenförmige Vertiefungen geworden waren. Auch diese Beobachtung stammt aus der Zeit vor der größten Annäherung des Kometen an die Sonne Mitte August.

Daten zur schwankenden Eisschmelze genau während des Vorbeiflugs von «Tschuri» an der Sonne im August und danach sind noch nicht veröffentlicht, da es oft einige Monate dauert, bis ein Fachjournal eine Arbeit überprüft und druckt.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal