Sie sind hier: Home > Politik >

Showtime in der Vollversammlung: Diese Männer machten die UNO zum Zirkus

Showtime in der Vollversammlung  

Diese Männer machten die UNO zum Zirkus

27.09.2015, 11:00 Uhr | t-online.de mit Material von dpa

Showtime in der Vollversammlung: Diese Männer machten die UNO zum Zirkus. Dummschwätzer, Choleriker, Geiferer: Das Rednerpult der UN-Vollversammlung ist immer wieder Bühne für Polit-Exoten. (Quelle: Reuters)

Dummschwätzer, Choleriker, Geiferer: Das Rednerpult der UN-Vollversammlung ist immer wieder Bühne für Polit-Exoten. (Quelle: Reuters)

Obama, Putin, Raul Castro, Xi - ein bisschen wirkt das Ganze wie ein Catwalk der Weltdiplomatie: Wenn ab Montag Vertreter aus 193 Ländern der Erde bei der UN-Generaldebatte das Wort ergreifen, verwandelt sich das Hauptquartier der Vereinten Nationen am New Yorker East River wieder in einen außenpolitischen Laufsteg.

Buchseiten zerreißen, mit Schuhen trommeln, als Krieger posieren - immer wieder zeigen skurrile Politiker-Gestalten an dem berühmten Rednerpult der Vollversammlung, was an Showtalent in ihnen steckt. t-online.de hat eine Sammlung der verrücktesten Auftritte zusammengestellt.

Der Barfüßige

"Speichellecker, Fatzke, Imperialistenknecht" - Nikita Chruschtschow in Höchstform. (Quelle: dpa)"Speichellecker, Fatzke, Imperialistenknecht" - Nikita Chruschtschow in Höchstform. (Quelle: dpa)

Während im Herbst 1960 der philippinische Delegierte die Sowjetunion kritisiert, gerät der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow in Rage. Erst trommelt er mit der Faust auf den Tisch, dann mit seinem Schuh. Dabei soll er gewettert haben: "Warum darf dieser Nichtsnutz, dieser Speichellecker, dieser Fatzke, dieser Imperialistenknecht und Dummkopf - warum darf dieser Lakai der amerikanischen Imperialisten hier Fragen behandeln, die nicht zur Sache gehören?"

Der Unbewaffnete

Politik als Show: Palästinenserführer Jassir Arafat führt 1974 das palästinensische Volk in die Weltgemeinschaft ein - mit einem leeren Pistolenhalfter am Gürtel. (Quelle: dpa)Politik als Show: Palästinenserführer Jassir Arafat führt 1974 das palästinensische Volk in die Weltgemeinschaft ein - mit einem leeren Pistolenhalfter am Gürtel.

Er komme mit einem Olivenzweig in der einen Hand und der Waffe in der anderen, verkündet Palästinenserführer Jassir Arafat 1974 vor der Vollversammlung. Einen Zweig sieht man nicht, eine Waffe auch nicht - aber ein Pistolenholster rechts an Arafats Hüfte. Zwar ist das Holster leer. Aber die Botschaft kommt an.

Der Teufelsaustreiber

Ein frommer Mann: Venezuelas Ex-Staatschef Hugo Chávez. (Quelle: Reuters)Ein frommer Mann: Venezuelas Ex-Staatschef Hugo Chávez. (Quelle: Reuters)

Im September 2006 spricht Venezuelas Staatschef Hugo Chávez vor der Vollversammlung, einen Tag nach dem US-Präsidenten George W. Bush. "Gestern war der Teufel an diesem Ort", sagt Chávez, bekreuzigt sich, blickt gen Himmel und fährt fort: "Und das Pult riecht immer noch nach Schwefel."

Der Geiferer

Selbstgerecht auf jeder Bühne: Diktator Muammar al-Gaddafi (Quelle: Reuters)Selbstgerecht auf jeder Bühne: Diktator Muammar al-Gaddafi (Quelle: Reuters)

Am 23. September 2009 tritt Muammar al-Gaddafi zum ersten Mal ans Rednerpult. Statt der erlaubten 15 Minuten zetert der libysche Diktator mehr als 90 Minuten lang. Gaddafi zerreißt einige Seiten der UN-Charta und nennt den Sicherheitsrat einen "Terror-Rat".

Der Maßlose

"Meine Damen und Herren, ich will mich kurz fassen" - Fidel Castro bei seiner Vier-Stunden-Ansprache vor der UNO. (Quelle: dpa)"Meine Damen und Herren, ich will mich kurz fassen" - Fidel Castro bei seiner Vier-Stunden-Ansprache vor der UNO. (Quelle: dpa)

Am Montag wird erstmals sein jüngerer Bruder Raul vor der Vollversammlung stehen - und sich hoffentlich besser benehmen. Denn Redezeiten waren Fidel Castro schnuppe: Statt 15 Minuten salbaderte der gefürchtete Endlos-Redner viereinhalb Stunden vor der Weltgemeinschaft über die Weltrevolution. Und das war noch gnädig: Die längsten Reden des sozialistischen Diktators sollen bis zu zwölf Stunden gedauert haben.

Der Peinliche

Nicht originell, nur abgeschmackt: Mahmud Ahmadinedschad. (Quelle: dpa)Nicht originell, nur abgeschmackt: Mahmud Ahmadinedschad. (Quelle: dpa)

Andere Sonderlinge sind skurril, aber originell. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad macht sich einfach nur unmöglich: 2011 verkündet er vor der Vollversammlung, europäische Länder nutzten den Holocaust "als Ausrede, um die Zionisten mit Geld zu versorgen". Viele Delegierte verlassen aus Protest den Saal.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal