Sie sind hier: Home > Politik >

Extremisten greifen US-Universität in Kabul an - mindestens 16 Tote

16 Tote in Kabul  

Extremisten greifen US-Universität an

25.08.2016, 15:15 Uhr | dpa

Extremisten greifen US-Universität in Kabul an - mindestens 16 Tote. Afghanische Sicherheitskräfte auf dem Weg zum Universitätsgelände in Kabul, wo Taliban einen Anschlag verübt haben sollen. (Quelle: AP/dpa)

Afghanische Sicherheitskräfte auf dem Weg zum Universitätsgelände in Kabul, wo Taliban einen Anschlag verübt haben sollen. (Quelle: AP/dpa)

Extremisten haben die Amerikanische Universität in der afghanischen Hauptstadt Kabul angegriffen. Dabei wurden mindestens 16 Menschen getötet.

Fast zehn Stunden mussten viele Studenten in Klassenräumen ausharren - verbarrikadiert hinter Tischen und Stühlen - bis alle Angreifer tot waren.

700 Studenten befanden sich auf dem Campus

Unter den von den mutmaßlichen Taliban Getöteten waren sieben Studenten, zwei Wächter der Universität und drei Polizisten, sagte ein Sprecher der Polizei. Auch die drei Angreifer seien tot. Um 4 Uhr morgens (Ortszeit) hätten die Sicherheitskräfte den letzten töten können.

30 bis 35 Menschen seien verletzt worden, sagte der Polizeisprecher. Ob unter ihnen internationales Lehrpersonal war, blieb zunächst unklar.

Der Leiter der Kriminalpolizei bestätigte die Zahl der toten Zivilisten, sprach aber von zwei Angreifern. 35 Zivilisten und neun Polizisten seien verletzt worden. In der Nacht hatte der Leiter der Emergency-Klinik von mindestens vier Schwerverletzten berichtet.

Zur Zeit des Angriffs waren laut Behörden 700 Studenten auf dem Campus. Die Universität bietet Abendklassen an, die rege besucht sind. Viele junge Afghanen studieren neben ihren Tagesjobs entweder frühmorgens oder abends für einige Stunden.

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums hatte in der Nacht bestätigt, dass Berater der Nato-Mission Resolute Support den Sicherheitskräften halfen.

Seitenmauer der Uni mit Bombe eingerissen

Der Angriff hatte am Mittwochabend gegen 19 Uhr (Ortszeit) begonnen. Mit einer Bombe hatten die drei Angreifer eine Seitenmauer der Universität eingerissen. Dabei starb einer der Angreifer. Zu ihrer Identität gibt es weiter keine Informationen. Bisher hat sich zu der Tat noch keine extremistische Gruppe bekannt.

Studenten hatten mit verzweifelten Botschaften über soziale Medien von Schüssen berichtet oder um Hilfe gerufen.

Erst vor zwei Wochen waren ein australischer und ein US-amerikanischer Professor nahe der Universität aus ihrem Auto heraus von Unbekannten verschleppt worden. Die Universität kündigte daraufhin an, die Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern.

Mehr Angriffe auf "weiche" Ziele

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch und die UN warnen, dass die Angriffe von Extremisten auf Schulen aber auch andere "weiche" Ziele zunehmen. Vor vier Wochen hatten sich Extremisten in Kabul inmitten einer großen Demonstration in die Luft gesprengt und mindestens 80 Menschen getötet und mehr als 230 verletzt.

Die UN verzeichneten allein in der ersten Jahreshälfte 5166 getötet oder verletzte Zivilisten. Seit Beginn der Zählung 2009 sind demnach 63.934 Afghanen verletzt oder getötet worden. Die UN zählen sehr konservativ und brauchen als Bestätigung für jedes Opfer drei unabhängige Quellen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal