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Anthropologie: Urmensch "Lucy" ist wohl vom Baum gefallen

Ist der Urmensch vom Baum gefallen?  

"Lucy" stürzte laut Forschern in den Tod

30.08.2016, 13:46 Uhr | dpa

Anthropologie: Urmensch "Lucy" ist wohl vom Baum gefallen. Lucy fiel wohl vom Baum -  John Kappelman (Quelle: dpa)

Nach einer Untersuchung des Skeletts ist John Kappelman sicher: Urmensch "Lucy" stürzte vom Baum. (Quelle: dpa)

Ist der Urmensch "Lucy" bei einem Sturz aus großer Höhe, etwa von einem Baum, ums Leben gekommen? Eine Studie texanischer Anthropologen ist nach High-Tech-Scans eines Teils ihres Skeletts zu dem Schluss gekommen, wie das Team um John Kappelman in der Fachzeitschrift "Nature" berichtete.

Doch andere Forscher widersprechen: Brüche und Risse in den Knochen der Urahnin seien gut dokumentiert und seien bei dem Fossilisationsprozess und der Wirkung natürlicher Kräfte wie Erosion entstanden.

Forscher sicher: Vormensch hat sich bei Sturz tödlich verletzt

Die Forscher der Universität von Texas in Austin sind dagegen nach ihrer Analyse sicher: Urmensch "Lucy", die zu den menschlichen Vorfahren der Australopithecus afarensis gehörte, habe sich bei einem Sturz aus circa 40 Meter Höhe tödlich verletzt. Das zeigten Brüche in ihrem rechten Arm, ihrem rechten Fußknöchel, ihrer linken Schulter und ihrem linken Knie. Der Aufprall sei tödlich gewesen. "Ich denke nicht, dass sie gelitten hat", sagt Kappelman.

Urmensch "Lucy" lebte vor vor mehr als drei Millionen Jahren

"Lucy" war 1,06 Meter groß und lebte mit ihren Artgenossen vor drei bis vier Millionen Jahren in Afrika. Sie gingen aufrecht, kletterten aber auch noch viel in Bäumen. "Lucy" war eine junge Erwachsene, als sie starb - das ist unstrittig. Ihre Überreste wurden vor vier Jahrzehnten in Äthiopien von Donald Johanson entdeckt, einem Wissenschaftler der Universität von Arizona. Der reagierte ablehnend auf die These der texanischen Kollegen: "Es gibt definitiv keinen Beweis dafür, wie sie gestorben ist", sagte er.

Auch ein Paläontologe der kalifornischen Universität, Tim White, kritisiert die neue Studie, bezeichnet sie als "Fehldiagnose". Die Texaner konzentrierten sich "anscheinend nur auf die Risse, die sie einem angenommenen Sturz zuordnen können, und ignorieren die anderen zahlreichen Brüche", schrieb er in einer E-Mail.

"Lucy" stürzte aus zwölf Metern

Kappelman und sein Team haben die letzten Momente "Lucys" so konstruiert: Die Vorfahrin stürzte aus einer Höhe von gut zwölf Metern ab und schlug nach einem Fall mit einer Geschwindigkeit um die 60 Kilometer pro Stunde auf dem Boden auf. Kappelman mutmaßt, dass "Lucys" Fähigkeit zum aufrechten Gang ihre Kletterkünste verringert haben könnte. Auch das stellen etliche Wissenschaftler in Frage. Sie verweisen auf dokumentierte Stürze von Schimpansen und Orang Utans, die wesentlich mehr Lebenszeit in Bäumen verbringen, als Australopithecus afarensis es getan haben dürften.

"Wie will man ohne eine Zeitmaschine wissen, ob sie einfach Pech hatte und stürzte?", schrieb William Haarcourt-Smith vom Americkanischen Museum für Naturgeschichte in einer E-Mail.

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