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Magier Jan Rouven bekennt im Kinderporno-Prozess sich schuldig

Kinderporno-Prozess in Las Vegas  

Deutscher Zauberkünstler bekennt sich schuldig

18.11.2016, 12:59 Uhr | dpa, AP

Magier Jan Rouven bekennt im Kinderporno-Prozess sich schuldig. Jan Rouven 2007 bei einem Auftritt in Deutschland, genauer gesagt in Riesa, Sachsen. (Quelle: AP/dpa)

Jan Rouven 2007 bei einem Auftritt in Deutschland, genauer gesagt in Riesa, Sachsen. (Quelle: AP/dpa)

Überraschende Wende im Kinderpornografie-Prozess gegen Jan Rouven: Der deutsche Magier hat in den USA in der Nacht zum Freitag europäischer Zeit seine Schuld zugegeben. Nach Angaben der Justiz in Las Vegas räumte der 39-jährige Illusionist aus Kerpen in mehreren Anklagepunkten seine Schuld ein.

Dem Deutschen droht im Bundesstaat Nevada eine lange Haftstrafe. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft schreibt das Gesetz eine Mindeststrafe von fünf Jahren Gefängnis vor. Die Höchststrafe - Empfang, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie - belaufe sich auf jeweils 20 Jahre, sagte einer Sprecherin.

Dem 39 Jahre alten Zauberkünstler aus Kerpen wird vorgeworfen, auf seinem Computer rund 9000 verbotene Videos und Bilder empfangen, gespeichert und verbreitet zuhaben, darunter auch solche, die sexuelle Handlungen an Kindergartenjungen zeigen. Mit dem Schuldbekenntnis, das er als Teil eines Deals mit der Staatsanwaltschaft ablegte, endete der Prozess schon am Donnerstag (Ortszeit).

Strafmaß erst im März

Das Strafmaß wird, wie in den USA üblich, später verkündet werden: Geplant ist März 2017. Den Anklagepunkt der Werbung mit Kinderpornografie ließ die Staatsanwaltschaft fallen. Darauf hätten zwingend mindestens 15 Jahre Haft gestanden. Nach der Verständigung im Strafverfahren drohen Rouven mindestens fünf Jahre Haft, doch sind bis zu 30 Jahre möglich. Nach Verbüßung seiner Strafe dürfte Rouven nach Deutschland abgeschoben werden.

Der Angeklagte war in Las Vegas mit der Show "The New Illusions" aufgetreten. Ins Visier der Behörden geriet er, als ein verdeckter Ermittler ihn im August 2014 als Sammler von pornografischem Material identifizierte. Am 16. März wurde Rouven festgenommen und saß seitdem in Untersuchungshaft.

Tausende Fotos und Videos

Der Prozess wurde mehrfach verschoben, begann dann aber am Montag. Bei der Anklageerhebuing hatte Rouven zunächst auf "nicht schuldig" plädiert.

Im Zeugenstand sagte ein FBI-Agent aus, dass seine Behörde in Rouvens Haus in Las Vegas Laptops, Festplatten und anderen Geräte mit verdächtigem Material beschlagnahmt hätten. Das seien tausende Fotos und Videos, auf denen auch Sex mit Kindern zu sehen gewesen sei.

Das Haus bewohnte der Magier mit seinem Ehemann, der in Gerichtsakten als ein nicht angeklagter Mitverschwörer in dem Fall genannt wird. Behörden zufolge ist Rouvens Lebensgefährte nach Deutschland zurückgekehrt.

Kinder werden entschädigt

Richterin Gloria Navarro ordnete nach Rouvens Schuldbekenntnis an, dass dieser sich für den Rest seines Lebens als Sexualverbrecher registrieren lassen und 5000 Dollar (rund 4665 Euro) Entschädigung an jedes identifizierte minderjährige Opfer zahlen müsse.

Rouvens Anwalt Jess Marchese ging davon aus, dass 85 sexuell ausgebeutete Kinder ausfindig gemacht wurden. Das bedeutet, dass der Magier mit Entschädigungszahlungen von etwa 425.000 Dollar rechnen müsste.

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