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Jüdische Gemeinden und Katholiken gegen Feiertag

Religion  

Jüdische Gemeinden und Katholiken gegen Feiertag

05.01.2018, 12:49 Uhr | dpa

Jüdische Gemeinden und Katholiken gegen Feiertag. Michael Fürst

Michael Fürst sitzt im Arbeitszimmer seiner Kanzlei. Foto: Jochen Lübke/Archiv (Quelle: dpa)

Die Jüdischen Gemeinden und die katholischen Bistümer in Niedersachsen haben sich gegen den Reformationstag als zusätzlichen Feiertag ausgesprochen. In einem Brief an die Abgeordneten des Landtags schrieb der Präsident der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, dass er eine solche Entscheidung für nicht nur fehlerhaft, sondern für untragbar halte. Fürst wies auf antisemitische Ausfälle des Reformators Martin Luther hin.

Prälat Felix Bernard kritisierte in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" für die katholischen Bistümer: "Die Diskussion wird im Augenblick geführt, ohne dass ein ernsthaftes Gespräch mit den Religionsgemeinschaften stattgefunden hat." Mit dem Buß- und Bettag dagegen könnten alle Religionen etwas anfangen.

Ministerpräsident Stephan Weil hatte Ende 2017 gesagt, dass aus seiner persönlichen Sicht der Reformationstag als neuer Feiertag infrage kommt: "Wie schon im Wahlkampf gesagt: Ich kann mir den Reformationstag vorstellen. Und zwar unter der Überschrift "Zusammenarbeit der Religionen"." Als Anknüpfungspunkt könne die Art und Weise dienen, wie die evangelische Kirche das Reformationsjubiläum interpretiert habe, hatte Weil gesagt. Die Landesregierung wolle aber noch mit anderen reden und sich deren Meinung anhören. Dies seien die christlichen Kirchen, andere Religionsgemeinschaften, die Wirtschaft und die Oppositionsparteien.

Hannovers Landesbischof Ralf Meister begrüßte die Initiative, den Reformationstag am 31. Oktober zum Feiertag zu machen. Auch der CDU-Landesvorsitzende, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, hatte sich für den Reformationstag als zusätzlichen Feiertag in Niedersachsen ausgesprochen.

Die Staatskanzlei bekräftigte am Freitag, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. Zunächst sollten noch Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden.

"Die scheinbare Vorfestlegung eines "Religionstages" für alle Religionsgemeinschaften auf den Reformationstag ist eine nicht hinnehmbare Desavouierung der jüdischen Glaubensgemeinschaft", heißt es in dem Brief des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden an die Abgeordneten. Der Reformationstag sei vom Reformator Luther nicht zu trennen. "Luther war aber auch ein Judenhasser." Wenn also der Staat allen Religionen einen Feiertag "ver- und vorschreiben" wolle, an dem sie zusammenarbeiten, dann sei der "Luther-Tag" dafür nicht nur ungeeignet, er sei für die jüdische Gemeinschaft eine Zumutung. "In diesem Sinne bitten wir darum, von weiteren Bemühungen, den neuen gesetzlichen Feiertag auf den Reformationstag zu legen, abzusehen und über einen anderen Tag nachzudenken, wie etwa den Buß- und Bettag."

Die Grünen bemängelten, dass die große Koalition in Niedersachsen möglichst schnell einen zusätzlichen Feiertag einführen wolle. "Wir finden einen Europatag gut", sagte die Fraktionschefin im Landtag, Anja Piel. "In jedem Fall sollte der Entscheidung für einen neuen Feiertag eine breite gesellschaftliche Debatte vorausgehen und nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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