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Forscherin: Stuttgart 21 verändert Umgang mit Großprojekten

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Forscherin: Stuttgart 21 verändert Umgang mit Großprojekten

15.01.2018, 06:48 Uhr | dpa

Forscherin: Stuttgart 21 verändert Umgang mit Großprojekten. Protestforscherin Julia Zilles

Protestforscherin Julia Zilles. Foto: Institut für Demokratieforschung Goettingen/Archiv (Quelle: dpa)

Der umstrittene Bahnhofsumbau Stuttgart 21 hat nach Ansicht der Protestforscherin Julia Zilles den Umgang mit Infrastrukturprojekten in Deutschland verändert. "Stuttgart 21 ist zur Chiffre dafür geworden, wie man es nicht machen darf", sagte die Mitarbeiterin des Göttinger Instituts für Demokratieforschung der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Entscheidungsträger, Unternehmen und Verwaltung hätten großes Interesse, offene Flanken zu vermeiden. Es gebe vielfältige Formen der Partizipation und Information wie Infomärkte mit differenzierten Angeboten. "An Stuttgart 21 kommt niemand vorbei, nicht einmal bei der Planung von zwei Windkrafträdern."

Als prominentes Beispiel nannte sie die Planung der großen Nord-Süd-Stromtrassen: Das niederländische Unternehmen Tennet habe versucht, mit offener Kommunikation und Beteiligung die Menschen für die Trasse SüdLink zu gewinnen. Dieser Fall zeige, dass auch bei behutsamen Vorgehen die Kritik nicht zwangsläufig im Sande verlaufe. "Es gab dennoch Proteste, die schließlich zu der Entscheidung führten, Erdkabel zu verlegen", sagte Zilles.

Den langen Atem der Stuttgart-21-Gegner erklärt die Politologin damit, dass sie einen Plan B erarbeitet haben. Kern des Alternativkonzeptes ist die Modernisierung des Stuttgarter Hauptbahnhofes. "Sie haben eine Vision, die durch die immer wiederkehrenden Probleme der Bahn mit Stuttgart 21 beflügelt wird."

Knapp zwei Wochen vor einer Sondersitzung des Bahnaufsichtsrats zu Stuttgart 21 wollen die Projektgegner noch einmal mobil machen. Erwartet werden am Montag rund 2000 Teilnehmer bei der 400. Montagsdemo in Stuttgart, wie der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, Eisenhart von Loeper, mitteilte. Es gibt vermutlich nur wenige Protestbewegungen in Deutschland, die seit so vielen Jahren regelmäßig auf die Straße gehen - in diesem Fall seit 2009.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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