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Eltern sollen bis 1. Mai über Einschulungsdatum entscheiden

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Landtag  

Eltern sollen bis 1. Mai über Einschulungsdatum entscheiden

16.02.2018, 15:29 Uhr | dpa

Eltern sollen bis 1. Mai über Einschulungsdatum entscheiden. Einschulung

Erstklässler sitzen zum ersten Mal in der Grundschule. Foto: Peter Steffen/Archiv (Quelle: dpa)

Eltern in Niedersachsen müssen künftig bis zum 1. Mai entscheiden, ob sie den Schulstart ihrer Kinder um ein Jahr verschieben möchten oder nicht. Der Stichtag soll den Kommunen Planungssicherheit geben bei der Frage, wie viele Kinder bei der Einschulung zurückgestellt werden und wie viele Kitaplätze benötigt werden. Die Regelung soll bereits in diesem Jahr gelten. "Wir gehen von etwa 2500 Kindern aus, die das betrifft", sagte die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Mareike Wulf, nach einer Sitzung des Kultusausschusses am Freitag.

Die rot-schwarze Landesregierung plant eine Abkehr von der bisherigen starren Regelung für die Einschulung von Grundschülern. Bisher wurden alle Kinder eingeschult, die bis zum 30. September eines Jahres sechs Jahre alt wurden. Künftig können die Eltern von Kindern, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September sechs Jahre alt werden, mit einer schriftlichen Erklärung den Schulbeginn um ein Jahr verzögern, wenn sie das möchten.

Die Kommunen hatten dafür plädiert, dass sich die Eltern bis zum 1. Februar entscheiden müssen, damit Klarheit über die Zahl der zu erwartenden Erstklässler besteht - nun einigte sich die Koalition aber auf den 1. Mai, bis zu dem die Eltern sich entschieden haben müssen. "Zu diesem Zeitpunkt sind auch die Schuluntersuchungen abgeschlossen, so dass wir wissen, welche Kinder schulpflichtig sind und welche aus medizinischen Gründen zurückgestellt werden", sagte Wulf. Das Datum soll in die Novelle des Schulgesetzes aufgenommen werden, über die der Landtag Ende Februar entscheidet.

In den vergangenen Jahren war der Stichtag für die Einschulung in drei Schritten vom 30. Juni auf den 30. September verschoben worden. Dadurch wurden immer jüngere Kinder eingeschult. "Das hat deutliche Probleme verursacht", sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD, Stefan Politze. Im vergangenen Jahr sei beim Landtag eine Petition mit mehr als 22 000 Unterschriften von Eltern eingegangen, in der die Abkehr von der starren Regelung gefordert wurde.

Eine weitere Änderung im Schulgesetz sieht außerdem vor, die Sprachförderung im Vorschulalter künftig den Erziehern in den Kitas zu überlassen. Bisher waren Grundschullehrer dafür zuständig. "Für die bedarfsgerechte und differenzierte Sprachförderung im letzten Jahr vor der Einschulung werden wir den örtlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe zukünftig 26,5 Millionen Euro jährlich zur Verfügung stellen", sagt Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Durch die Verlagerung der Sprachförderung in die Kitas würden rund 14 500 Lehrerstunden frei, dies entspreche 500 Lehrerstellen. Dies werde die Grundschulen entlasten und die Unterrichtsversorgung verbessern.

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