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Bewährungsstrafe für MS-Kranken nach tödlichem Autounfall

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Prozesse  

Bewährungsstrafe für MS-Kranken nach tödlichem Autounfall

17.04.2018, 16:39 Uhr | dpa

Das Landgericht Darmstadt hat einen an multipler Sklerose (MS) erkrankten Autofahrer nach einem tödlichen Verkehrsunfall wegen fahrlässiger Tötung zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Angeklagte hatte am 11. Juni 2015 in Obertshausen (Kreis Offenbach) mit seinem Auto während eines Krampfanfalls einen Fußgänger mit über 140 Stundenkilometern angefahren. Der 34-jährige, der bei Grün eine Straße überquert hatte, wurde 40 Meter durch die Luft geschleudert und starb noch am Unfallort.

Der heute 53-jährige Ingenieur, der wegen seiner Krankheit seit 2013 Frührentner ist, hatte während der Fahrt einen Streckkrampf im rechten Bein bekommen und dabei das Gaspedal voll durchgetreten. Das linke Bein war laut Angeklagten ohne Krampf, aber kurzzeitig gelähmt. Vor dem Landgericht hatte er, anders als noch in der ersten Instanz vor dem Amtsgericht Offenbach, eingeräumt, dass er schon vor dem Unfall an seiner Fahrtauglichkeit gezweifelt habe. Der Angeklagte, der 2015 noch zehn Meter mit Stock gehen konnte, sitzt inzwischen im Rollstuhl und hat den Führerschein abgegeben.

Das Landgericht hob damit ein erstinstanzliches Urteil des Amtsgerichts Offenbach auf. Das Schöffengericht hatte die Unfallfahrt wie das Landgericht als fahrlässige Tötung und fahrlässigen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr gesehen, aber auf 9000 Euro Bußgeld entschieden. Mit dem Urteil folgte das Landgericht der Staatsanwaltschaft, die in Berufung gegangen war, weil sie meinte, dass wegen des tödlichen Unfalls eine Haftstrafe angemessener sei als eine Geldbuße.

"Für jemanden wie den Angeklagten hatte das Autofahren noch einen ganz anderen Wert", sagte die Vorsitzende Richterin Barbara Bunk in der Urteilsbegründung. Ihm sei es um seine Mobilität gegangen. Da verschließe man schon einmal die Augen vor der Einsicht, fahruntüchtig zu sein. Das Urteil ist rechtskräftig, Angeklagter und Staatsanwaltschaft verzichteten auf Rechtsmittel.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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