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Bankier von Metzler: Brexit wird Frankfurt ungewollt stärken

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Bankier von Metzler: Brexit wird Frankfurt ungewollt stärken

17.04.2018, 06:49 Uhr | dpa

Bankier von Metzler: Brexit wird Frankfurt ungewollt stärken. Friedrich von Metzler

Der Bankier Friedrich von Metzler. Foto: Fabian Sommer (Quelle: dpa)

Der britische EU-Austritt wird dem Finanzplatz Frankfurt nach Einschätzung des Bankiers Friedrich von Metzler einen Schub bescheren. "Wir hätten lieber keinen Brexit, aber der Brexit wird natürlich den Finanzplatz Frankfurt ungewollt stärken. Frankfurt hat sich zu einem Finanzplatz entwickelt, wo einiges hingehen wird", sagte der persönlich haftende Gesellschafter des Bankhauses B. Metzler seel. Sohn & Co. anlässlich seines 75. Geburtstages an diesem Montag (23. April) der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "Ich finde es gut, dass Frankfurt nicht so mit seinen Stärken protzt. Aber die Stadt muss sich keineswegs verstecken."

Die Entscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, zwingt in London angesiedelte Finanzinstitute zum Umsteuern. Etliche Banken haben sich bereits festgelegt, ihr Geschäft in Frankfurt auszubauen oder neue Tochtergesellschaften am Main zu gründen.

Allgemein bedauert von Metzler die auch in anderen Ländern zunehmende Europa-Skepsis. "Brüssel hat vielleicht die Bürokratie ein bisschen übertrieben (...) Da müsste man ansetzen. Aber sonst ist doch ein ganz großer Vorteil, dass wir in Europa keine Grenzen mehr haben. Und der Freihandel hat doch eine zusätzliche positive wirtschaftliche Entwicklung die letzten Jahrzehnte gebracht."

Metzler betonte: "Europa braucht weitere Integration. Ob allerdings ein europäischer Finanzminister erstrebenswert ist, da bin ich nicht sicher. Das sollte man in Verantwortung der Länder lassen. Es ist in jedem Fall zu früh für so eine Institution." Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hatte im September Vorschläge für einen weitreichenden Umbau der EU präsentiert. Unter anderem will er einen eigenen Haushalt und einen Finanzminister für die Eurozone.

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