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Gewerkschaften: Umbrüche erfordern mehr Mitbestimmung

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Gewerkschaften: Umbrüche erfordern mehr Mitbestimmung

01.05.2018, 15:48 Uhr | dpa

Gewerkschaften: Umbrüche erfordern mehr Mitbestimmung. 1. Mai-Demo in Nürnberg

Unter dem Motto "Solidarität. Vielfalt. Gerechtigkeit." zieht ein Demonstrationszugs durch die Stadt Nürnberg. Foto: Nicolas Armer (Quelle: dpa)

Die Gewerkschaften haben angesichts der anstehenden Umbrüche in der Arbeitswelt zum "Tag der Arbeit" mehr Rechte und eine stärkere Mitbestimmung für Arbeitnehmer angemahnt. Dazu gehörten neben flächendeckenden Tarifverträgen auch starke Betriebs- und Personalräte, betonten führende Gewerkschaftsvertreter und Politiker auf zahlreichen Mai-Kundgebungen. Nur so lasse sich beispielsweise die Digitalisierung meistern, die in den kommenden Jahren in Büros und Fabrikhallen den Berufsalltag von Millionen Beschäftigen verändern werde.

Nach Angaben des DGB nahmen bundesweit rund 340 000 Menschen an knapp 500 Veranstaltungen der Gewerkschaften teil. In Bayern hatte der DGB unter dem Motto "Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit" zu den traditionellen Kundgebungen aufgerufen. Nach DGB-Angaben kamen im Freistaat etwa 75 000 Menschen zu den Veranstaltungen.

Bei der Gewerkschaftsforderung nach Tarifverträgen für möglichst alle Arbeitnehmer sieht der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, vor allem die neue Bundesregierung in der Pflicht. Bei der DGB-Hauptkundgebung in Nürnberg sagte Hoffmann, nur mit Tarifverträgen lasse sich verhindern, dass einzelne nicht-tarifgebundene Unternehmen "mit Dumpinglöhnen Schmutzkonkurrenz betreiben". Den Absichtserklärungen in der Koalitionsvereinbarung müssten nun Taten folgen, sagte er vor rund 6500 Zuhörern.

Auch Bayerns IG Metall rief dazu auf, die Digitalisierung im Interesse der Beschäftigten zu gestalten. IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler sagte in Kempten, die Beschäftigten müssten zu Gewinnern dieses Wandels werden. Dies könne nur mit mehr sozialer Sicherheit gelingen. "Wir brauchen in der digitalisierten Arbeitswelt mehr Regulierung als heute. Nur so können wir sicherstellen, dass die Menschen Sicherheiten haben und nicht ins Bodenlose stürzen", sagte Wechsler.

Bayerns DGB-Chef Matthias Jena forderte Maßnahmen im Kampf gegen Armut. Bei der 1. Mai-Kundgebung in Augsburg bezeichnete er Hartz IV als "Schande in so einem reichen Land!" Menschen als "sozial schwach zu bezeichnen, sei außerdem eine Beleidigung. "Jemand, der keine Arbeit hat, oder eine Arbeit, die nicht zum Leben reicht, der ist nicht sozial schwach - der ist arm!", sagte Jena laut Mitteilung. Eine der Hauptursachen für drohende Armut sind nach Ansicht des bayerischen DGB-Chefs die hohen Mietkosten. Die Politik stehe hier in der Pflicht: "Es kann doch nicht sein, dass die Gewerkschaften gute Lohnerhöhungen erkämpfen und die Menschen nichts davon haben, weil immer mehr in die Kassen von Immobilienunternehmen oder Spekulanten fließt".

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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