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Kreuzberger Demonstration weitgehend ohne Gewalt

Demonstrationen  

Kreuzberger Demonstration weitgehend ohne Gewalt

01.05.2018, 21:29 Uhr | dpa

Kreuzberger Demonstration weitgehend ohne Gewalt. Polizisten des Kommunikationsteams

Polizisten des Kommunikationsteams kommen vor der revolutionären 1. Mai Demonstration zum Oranienplatz. Foto: Ralf Hirschberger (Quelle: dpa)

Erstmals seit vielen Jahren ist die sogenannte revolutionäre 1. Mai-Demonstration in Berlin-Kreuzberg mit mehreren Tausend Teilnehmern ohne größere Zwischenfälle geblieben. In dem Protestzug linker und linksextremer Gruppen waren zahlreiche in Schwarz gekleidete und vermummte Demonstranten mitgelaufen. Im Vorfeld war befürchtet worden, dass wie in den Vorjahren bei diesem Protest linker und linkextremer Gruppen Gewalt ausbricht.

Zwar wurden nach dem Ende der Demonstration am Dienstagabend vereinzelt Flaschen in Richtung von Polizisten geworfen, es gab auch Gerangel zwischen Einsatzkräften und Demonstranten. Zudem wurden Rauchbomben gezündet. Doch nach Beobachtung von Augenzeugen war die Dimension bislang deutlich geringer als in den vergangenen Jahren. Es gab nach dem Ende der Demonstration Festnahmen. Zuvor hatten Beamte Straftaten gefilmt.

Der Zug war am Oranienplatz mit etwa 1500 Teilnehmern gestartet, wurde größer und erreichte sein angekündigtes Ziel am Schlesischen Tor. Die Polizei verhinderte dann mit einer Kette von Beamten quer über die Skalitzer Straße, dass die Demonstranten zurückfluten auf das Straßenfest "Myfest". Durch die Aufstellung der Polizei wurden die Demonstranten in zwei Gruppen aufgespalten. Die Straßensperre wurde inzwischen aufgehoben, die Polizei war weiter vor Ort.

In einer ersten Einschätzung zeigten sich Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik zufrieden. Viele Menschen hätten friedlich gefeiert, sagte Slowik im RBB-Fernsehen. Die abendliche Demonstration sei ohne größere Straftaten geblieben, die Teilnehmerzahl sei zurückgegangen. Ein Meer an kurdischen Flaggen wie angekündigt sei ausgeblieben. Noch im Vorjahr waren zu dem Protest rund 8000 Teilnehmer gekommen.

Die Polizei sichere bei Straftaten Beweise und greife gegebenenfalls später zu, sagte Slowik. Die neue Polizeichefin hält damit an der Deeskalationslinie der vergangenen Jahre fest. Danach halten sich die Einsatzkräfte zurück, solange es friedlich bleibt. Das sei die richtige Strategie, sagte Slowik, die seit drei Wochen im Amt ist.

Auch Senator Geisel sprach von einer richtigen Strategie. Die Gemengelage sei schwierig gewesen. Die Polizei habe in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche unter anderem mit kurdischen Verbänden und Vereinen geführt. Die Veranstalter der Demonstration hatten im Vorfeld angekündigt, auch Fahnen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zu zeigen.

Wie im Vorjahr war die Demonstration nicht angemeldet worden. Ein Veranstaltungsleiter auf Seiten der Demonstranten war für die Beamten laut Polizei nicht zu erkennen. Am Mai-Feiertag waren in der Hauptstadt insgesamt 5300 Polizisten im Einsatz, darunter auch Beamte aus anderen Bundesländern sowie von der Bundespolizei.

Von der abendlichen Demonstration war in den Vorjahren immer wieder Gewalt ausgegangen, die aber abgenommen hatte.

Vor dem 1. Mai hatte Innensenator Geisel eingeschätzt, dass die linksextreme Szene in diesem Jahr einheitlicher auftrete. Zudem war davon ausgegangen worden, dass der Kurdenkonflikt die Stimmung anheizen könnte. Auch die Straßenschlachten beim G20-Gipfel könnten die Linksautonomen bestärken, hieß es.

Bei den Straßenfeste "Myfest" und "MaiGörli" wurde auch am Abend gefeiert. Zehntausende Menschen waren unterwegs. Es floss viel Alkohol. Das "MaiGörli" war schon am späten Nachmittag wegen Überfüllung geschlossen worden.

Ein satirischer Protestzug in Berlin-Grunewald am Nachmitag verlief nach Polizeiangaben weitgehend ruhig, es kam aber zu Sachbeschädigungen. Nach Angaben von Slowik wurden Autos aus Spraydosen besprüht. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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