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Kreuzberger Protest weitgehend ohne Gewalt

Demonstrationen  

Kreuzberger Protest weitgehend ohne Gewalt

02.05.2018, 06:08 Uhr | dpa

Kreuzberger Protest weitgehend ohne Gewalt. Polizisten stehen vor Demonstranten

Polizisten teilen die revolutionäre 1. Mai Demonstration. Foto: Kay Nietfeld (Quelle: dpa)

Erstmals seit vielen Jahren ist die sogenannte revolutionäre 1. Mai-Demonstration in Berlin-Kreuzberg weitgehend ohne Gewaltausbrüche geblieben. Auch die Zahl der Demonstranten sank, laut Polizei kamen etwa 6000 Teilnehmer. Die Polizei sprach von bislang deutlich weniger Straftaten als im Vorjahr. "Das war ein super Tag", sagte Sprecher Winfrid Wenzel der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der Festnahmen stand noch nicht fest, sie liege aber im "unteren zweistelligen Bereich".

In der Vergangenheit war es immer zu Ausschreitungen bei diesem Protestzug linker und linkextremer Gruppen gekommen. Polizisten waren attackiert und mit Steinen oder Flaschen beworfen worden. Die Hauptstadt-Polizei hatte über Jahre versucht, mit einer Strategie der Deeskalation die Gewalt einzudämmen. Danach halten sich die Einsatzkräfte zurück, solange es friedlich bleibt.

Bei der Demonstration waren in diesem Jahr zwar wieder zahlreiche in Schwarz gekleidete und vermummte Demonstranten mitgelaufen. Es wurden nach dem Ende der Demonstration auch vereinzelt Flaschen in Richtung von Polizisten geworfen und Rauchbomben gezündet, es gab zudem Gerangel zwischen Einsatzkräften und Demonstranten. Doch größere Krawalle blieben am Dienstagabend aus. "Wir hatten die Lage voll im Griff", hieß es bei der Polizei.

Der Zug war am Oranienplatz mit etwa 1500 Teilnehmern gestartet, wurde größer und erreichte sein angekündigtes Ziel am Schlesischen Tor. Die Polizei verhinderte dann mit einer Kette von Beamten quer über die Skalitzer Straße, dass die Demonstranten zurückfluten auf das Straßenfest "Myfest".

Durch die Aufstellung der Polizei wurden die Demonstranten in zwei Gruppen aufgespalten, die Teilnehmer strömten weg. Die Straßensperre wurde später aufgehoben. Die Einsatzkräfte seien darauf eingerichtet, dass es in der Nacht noch Aktionen geben könnte, hieß es.

"Unser Konzept ist aufgegangen, die Doppelstrategie hat getragen", sagte Berlins neue Polizeichefin Barbara Slowik der dpa. "Es scheint den linken Gewalttätern nicht mehr ganz so leicht zu fallen, Mitstreiter für Gewalttaten zu finden." Im Vorjahr waren zu dem Protest noch rund 8000 Demonstranten gekommen. Es seien in diesem Jahr auch kaum Polizisten verletzt worden, so Slowik. Für sie war es der erste 1. Mai-Einsatz, sie ist erst seit drei Wochen im Amt.

2017 waren bei Gewaltausbrüchen 38 Polizisten verletzt worden, es war bereits eine der niedrigsten Zahlen aller Jahre mit Ausschreitungen. 72 Randalierer waren festgenommen worden.

Eine Bilanz für dieses Jahr sollte am Mittwoch gezogen werden. Polizeisprecher Wenzel sagte der dpa, wahrscheinlich werde es erstmals keine Pressekonferenz dazu geben. "Unser Ziel war es immer, Normalität zu erreichen. Das war ein großer Schritt heute."

Auch Innensenator Andreas Geisel (SPD) zeigte sich zufrieden. Die Gemengelage sei schwierig gewesen. Die Polizei habe in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche unter anderem mit kurdischen Verbänden und Vereinen geführt. Die Veranstalter der Demonstration hatten im Vorfeld angekündigt, auch Fahnen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zu zeigen. Das Fahnenmeer war aber nicht zu sehen. Wie im Vorjahr war die Demonstration nicht angemeldet worden.

Am Mai-Feiertag waren in der Hauptstadt insgesamt 5300 Polizisten im Einsatz, darunter auch Beamte aus anderen Bundesländern sowie von der Bundespolizei.

Vor dem 1. Mai hatte Innensenator Geisel eingeschätzt, dass die linksextreme Szene in diesem Jahr einheitlicher auftrete. Zudem war davon ausgegangen worden, dass der Kurdenkonflikt die Stimmung anheizen könnte.

Bei den Straßenfeste "Myfest" und "MaiGörli" wurde bis zum späten Abend gefeiert. Zehntausende Menschen waren unterwegs. Es floss viel Alkohol. Das "MaiGörli" war schon am späten Nachmittag wegen Überfüllung geschlossen worden.

Ein satirischer Protestzug in Berlin-Grunewald am Nachmittag hatte mit etwa 3000 Teilnehmern weit mehr als zunächst erwartet. Laut Polizei wurden mehr als 60 Sachbeschädigungen registriert. Autos wurden demnach aus Spraydosen besprüht. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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