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Einbruch hat Auswirkungen auf das Abi in ganz Deutschland

Schulen  

Einbruch hat Auswirkungen auf das Abi in ganz Deutschland

02.05.2018, 16:58 Uhr | dpa

Im Schultresor des Ratsgymnasium im niedersächsischen Goslar liegt das eine oder andere Wertstück. "Zum Beispiel eine silberne Flöte", sagt Schulleiter Hans-Peter Dreß. Auf das kostbare Instrument hatten es die unbekannten Täter allerdings nicht abgesehen, als sie am Wochenende in das Schulgebäude eindrangen, die Räume durchstöberten und den Safe knackten. "Die waren offenbar nur auf Bargeld aus", glaubt der Oberstudiendirektor.

Der Verlust von Geld ist ärgerlich für die Schule. Für Schlagzeilen hätte das Gymnasium in der alten Kaiserstadt am Harz, wo schon Sigmar Gabriel sein Abitur ablegte, damit aber kaum sorgen können. Die bekam es, weil im Schultresor noch etwas anderes lag: Die landesweit einheitlichen Aufgaben für das schriftliche Mathe-Abitur, das am Mittwoch fast überall in Deutschland geschrieben wurde.

Als der Einbruch am Montag entdeckt und gemeldet wurde, schrillten jedenfalls im niedersächsischen Kultusministerium die Alarmglocken. Die Aufgaben waren zwar nicht gestohlen worden. Dennoch alarmierte das Ministerium alle anderen Bundesländern und tauschte selbst in einer Blitzaktion alle Prüfungsaufgaben aus. Denn ein Missbrauch - etwa durch die Verbreitung abfotografierter Aufgaben - sei nicht auszuschließen, sagte ein Sprecher.

Da die Prüfungsfragen aus einem Aufgabenpool des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen stammen, aus dem sich Niedersachsen ebenso wie die meisten anderen Bundesländer bedient, war auch andernorts Schnelligkeit angesagt. 8 von 16 Bundesländern waren betroffen, in Mecklenburg-Vorpommern etwa konnten die Abiturienten an der Berufsschule für Wirtschaft und Verwaltung in Neubrandenburg ihre Klausuren nur mit Verzögerungen starten, bekamen die Zeit aber hinten angehängt.

Ähnlich war es in Sachsen, Brandenburg, Baden-Württemberg, dem Saarland, Bremen und Bayern. Dort mussten die Gymnasien am frühen Mittwochmorgen Ersatzaufgaben für ihre Mathe-Abiturienten aus dem Netz herunterladen und kopieren. Die aufwendige elektronische Übermittlung der Abi-Aufgaben mit PIN und Passwörtern orientiert sich am Datenverkehr der Banken - sie werden den Schulen erst zum spätestmöglichen Augenblick übermittelt, um Missbrauch zu vermeiden.

"Wir sind auf solche Notfälle vorbereitet, in allen Fächern", sagt der zuständige Referent des niedersächsischen Kultusministeriums, Andreas Stein. Deshalb hätten die Mathe-Klausuren, die alleine in Niedersachsen von 20 000 Schülerinnen und Schülern an rund 400 Schulen bewältigt werden mussten, ordnungsgemäß begonnen, vereinzelt auch mit Verspätung. Dasselbe wurde aus anderen Ländern gemeldet, die Aufgaben kurzfristig austauschen mussten.

Bundesländer wie Hamburg, Hessen und Berlin waren nicht betroffen, weil sie andere Matheaufgaben für ihre Abiturienten hatten als Niedersachsen.

Dass ein solcher Notfallplan nach einem Schuleinbruch aktiviert werden musste, war nach Angaben des niedersächsischen Kultusministeriums bereits der zweite derartige Fall. Der erste hatte sich 2017 in einem Gymnasium im Heidekreis ereignet. Auch damals, als das Fach Politik/Wirtschaft betroffen war, seien die Safeknacker in erster Linie auf der Suche nach Wertsachen und nicht Prüfungsaufgaben gewesen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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