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Direktorin des Jüdischen Museums: Kippa-Aktion hat Tücken

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Direktorin des Jüdischen Museums: Kippa-Aktion hat Tücken

14.05.2018, 06:09 Uhr | dpa

Direktorin des Jüdischen Museums: Kippa-Aktion hat Tücken. Mirjam Wenzel

Die neue Direktorin des Jüdischen Museums, Mirjam Wenzel, in Frankfurt am Main. Foto: Alexander Heinl/Archiv (Quelle: dpa)

Mit dem Aufruf, als Zeichen der Solidarität einen Tag lang die Kippa zu tragen, will die Stadt Frankfurt an diesem Montag ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Für Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt, hat die Aktion am 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels allerdings auch ihre Tücken. "Das Tragen der Kippa an diesem Tag bedeutet nicht ausschließlich, sich mit Jüdinnen und Juden in Deutschland zu solidarisieren, sondern ist zugleich auch eine Solidaritätsbekundung mit Israel", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Und eben diese führe immer wieder zu Ausgrenzungen von Juden in Deutschland. Sie würden für die israelische Politik in Haftung genommen und eben nicht als deutsche Staatsbürger angesprochen und wahrgenommen, sagte Wenzel. Das solidarisch gemeinte Kippa-Tragen werde zudem der Vielfalt jüdischen Lebens nicht gerecht, da viele Jüdinnen und Juden säkular lebten und jüdische Tradition höchstens im Familienkreis pflegten. Außerhalb von Friedhof oder Synagoge dagegen trügen nur wenige die Kippa, die traditionelle Kopfbedeckung religiöser jüdischer Männer.

"Gleichwohl ist das Tragen einer Kippa das einzige Zeichen, das als solches im öffentlichen Raum sichtbar das zum Ausdruck bringt, was sich Jüdinnen und Juden in Deutschland wünschen: dass nicht-jüdische deutsche Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Migrationshintergrund sich schützend vor sie und zu ihnen stellen", betonte Wenzel, die das älteste eigenständige Jüdische Museum Deutschlands leitet.

Auch das Museum wolle antisemitischen Vorstellungen und stereotypen Wahrnehmungen entgegenwirken, so Wenzel. Geplant sei, in der künftigen permanenten Ausstellung antisemitische Gewalt als zentralen Bestandteil der jüdischen Erfahrung in der Moderne zum Thema zu machen. In den vergangenen zwei Jahren sei es wiederholt zu Fällen von Vandalismus gegen das Museum gekommen - über die Motive der Täter könne allerdings nur spekuliert werden. In einem Fall sei ein Museumsmitarbeiter, der ein Präventionsprojekt gegen Antisemitismus organisiert, vor laufender Kamera als "Scheißjude" beschimpft worden, sagte Wenzel zu antisemitischen Vorfällen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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