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Unimedizin-Dekan fordert mehr Studienplätze: Expertentreffen

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Ärzte  

Unimedizin-Dekan fordert mehr Studienplätze: Expertentreffen

31.05.2018, 08:58 Uhr | dpa

Unimedizin-Dekan fordert mehr Studienplätze: Expertentreffen. Medizinstudent

Ein Medizinstudent hält ein Stethoskop in der Hand. Foto: Britta Pedersen/Archiv (Quelle: dpa)

Der Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, Ulrich Förstermann, hat sich für mehr Medizinstudienplätze ausgesprochen - wenn dabei die Qualität der Ausbildung nicht vernachlässigt wird. Damit solle dem Mangel an Ärzten in ländlichen Regionen entgegengewirkt werden. Eine Landarztquote, wie sie die rheinland-pfälzische Ampel-Koalition im Mainzer Landtag prüfen lässt, sieht der Professor kritisch. An diesem Donnerstag und Freitag (31.5./1.6.) befassen sich Vertreter aller 38 medizinischen Fakultäten in Deutschland beim Medizinischen Fakultätentag in Mainz mit dem Landarztmangel.

"Es ist zunehmend schwieriger, die Arztpraxen auf dem Land mit Nachfolgern zu besetzen", sagte Förstermann der Deutschen Presse-Agentur. Zum einen gebe es in der Bevölkerung allgemein eine Landflucht. Außerdem arbeiteten junge Ärzte heute lieber im Team und seien nicht mehr bereit, alleine ein Arbeitspensum von bis zu 80 Wochenstunden zu leisten. "Insofern braucht es mehr als einen Arzt, um einen alten Landarzt zu ersetzen", erklärte Förstermann. Laut Kassenärztlicher Vereinigung fehlen in Rheinland-Pfalz bis 2022 rund 4110 Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten.

"Ich glaube schon, dass wir die Zahl der Studienplätze erhöhen sollten", sagte Förstermann. Das koste aber Geld, rund 250 000 Euro pro Studienplatz. Damit allein sei es auch noch nicht getan. "Wenn die alle in die Städte gehen, haben wir das Landarztproblem nicht gelöst." Die Universitätsmedizin Mainz habe dazu ein Netzwerk von rund 80 Praxen im Umland aufgebaut, in denen Medizinstudenten eingesetzt werden könnten. "Um ihnen überhaupt mal klarzumachen, was das ist: ein Landarzt", erläuterte Förstermann.

Die Ampel-Koalition im Landtag will dazu die Einführung einer Landarztquote prüfen: Medizinstudienplätze sollen für Anwärter reserviert werden, die sich verpflichten, später Landarzt zu werden. "Ich bin sehr skeptisch, ob es auf diese Weise wirklich mehr Landärzte geben wird", sagte der Dekan. Es müsse ein Ausstiegsszenario geben für den Fall, dass Studenten, die sich vor ihrem Studium für ihren späteren Beruf verpflichteten, es sich später anders überlegten. "Viele Leute werden einfach sagen: Ich werde Landarzt", befürchtete Förstermann. Das müsse wohl über Sanktionen geregelt werden, die aber von Kindern wohlhabender Eltern leicht gezahlt werden könnten. "Man zahlt sich unter Umständen einfach in dieses Studium hinein", sagte Förstermann.

Großes Thema auf dem Fakultätentag sollte laut Förstermann das "Satellitenproblem" sein: Es gebe bundesweit sieben Standorte, in denen große Krankenhäuser außerhalb von Universitätsstädten in die Medizinerausbildung einbezogen würden. In Rheinland-Pfalz sei das in Trier der Fall. Es müsse unbedingt darauf geachtet werden, dass dort die gleiche Qualität in der Lehre herrsche. "Wir wollen keine Zweiklassenausbildung", sagte der Dekan. In peripheren Krankenhäusern fehle es an Infrastruktur wie Pathologie, Mikrobiologie oder Pharmakologie. Herausforderungen, die man abdecken müsse mit reisenden Dozenten, audiovisuellen Übertragungen oder einer neuen Professur.

Andererseits könne in Mainz die Zahl der Studienplätze nicht einfach erhöht werden. Die hänge an der Zahl der Klinikbetten. "Sie können ja nicht unbegrenzt viele Studenten ans Krankenbett stellen", sagte Förstermann. "Wenn wir wirklich die Zahl der Studierenden erhöhen wollen, geht es eigentlich nur mit der Peripherie."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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