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1000 Jahre Wormser Dom: Gauck mahnt Politik

Kirche  

1000 Jahre Wormser Dom: Gauck mahnt Politik

10.06.2018, 10:19 Uhr | dpa

1000 Jahre Wormser Dom: Gauck mahnt Politik. Dom zu Worms

Blick auf die zwei östlich gelegenen Kirchtürme des Doms. Foto: Uwe Anspach (Quelle: dpa)

Bei einem Festakt hat der frühere Bundespräsident Joachim Gauck den vor tausend Jahren geweihten Dom in Worms gewürdigt. Er rief am Samstagabend dazu auf, die Ökumene zwischen den christlichen Kirchen weiterhin zu vertiefen. Zwar seien Katholiken und Protestanten in den vergangenen Jahren aufeinander zugegangen. "Ich hoffe auf weitere Schritte in der Ökumene", sagte der Theologe und frühere evangelische Pastor beim Festakt zu 1000 Jahre Wormser Dom. Der Dom habe viele Ereignisse in den vergangenen tausend Jahren überdauert. "Worms wirkt für mich wie ein Fels in der Brandung", sagte Gauck.

Das frühere Staatsoberhaupt thematisierte in seiner Rede aber auch politische Themen der Gegenwart, wie etwa die Diskussion um den richtigen Umgang in der Flüchtlingspolitik. Gauck plädierte für einen pragmatischen Weg, der weder für die Europas Abschottung stehe noch bedingungslos offene Grenzen befürworte. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Politik nicht mehr von der Mehrheit der Bürger mitgetragen werde. Ziel müsse es sein, die wirklich verfolgten Menschen aber auch die Demokratie zu schützen. "Politik muss auch steuern. Und manchmal auch begrenzen", sagte Gauck.

Mit Blick auf die schwierige Situation in der Europäischen Union mahnte der frühere Präsident mehr Mut von der Politik an. "Wir brauchen eine Bereitschaft wieder etwas zu riskieren für dieses Europa", sagte der frühere Bundespräsident im Wormser Dom. Der europäische Zusammenschluss sei wichtig, um gemeinsam mit einer Stimme in der Welt zu sprechen. Mit seinen Reformvorschlägen habe der französische Präsident Emmanuel Macron dem Stillstand in der Union etwas entgegengesetzt. Um Europa zukunftsfest zu machen reiche es nicht, Erfolge von früher zu betonen.

Der Wormser Dom wurde am 9. Juni 1018 im Beisein von Kaiser Heinrich II. und Bischof Burchard geweiht. Das Gotteshaus war wiederholt Schauplatz bedeutender Ereignisse. So wurde 1048 in Worms etwa Papst Leo IX. gewählt, es war eine von nur zwei Papstwahlen auf deutschem Boden. Im Bischofshof neben dem Dom weigerte sich Martin Luther 1521 vor Kaiser Karl V., seine Lehren zu widerrufen, was dann zur Spaltung der Kirche führte.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) würdigte in einer Mitteilung das Bauwerk und seine Bedeutung für die Menschen. In ihm hätten zahlreiche Generationen von Menschen gebetet und Gottesdienste gefeiert, getrauert und Trost gefunden. "Erst die Menschen, die den Dom besuchen, machen dieses großartige Denkmal zu einem lebendigen Ort und geben ihm eine Zukunft". Vorgesehen war, dass Dreyer und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Sonntag im Dom an einem Pontifikalamt zum Weihetag teilnehmen.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf betonte beim Festakt am Samstagabend, der Dom sei stets das geblieben, wofür er in erster Linie gebaut wurde: "Ein sichtbarer Ausdruck der Verehrung Gottes, ein Ort des Gebetes und des Gottesdienstes. Das ist der Dom auch heute, nach 1000 Jahren", fügte der Geistliche am Samstag hinzu. Der Bischof erinnerte am Samstag daran, dass sowohl das diesjährige Domjubiläum als auch das Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr durch ökumenischer Verbundenheit geprägt gewesen seien.

In diesem Jahr begleiten zahlreiche Veranstaltungen das Jubiläum. Das Motto der Feiern lautet "Aufgeschlossen!" und ist angelehnt an den Petrusschlüssel, dem Wappen des einstigen Bistums Worms.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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