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Rot, grün, schwarz: Wieso viele Ampeln nachts aus bleiben

Verkehr  

Rot, grün, schwarz: Wieso viele Ampeln nachts aus bleiben

13.06.2018, 07:29 Uhr | dpa

Rot, grün, schwarz: Wieso viele Ampeln nachts aus bleiben. Abgeschaltete Ampeln

Eine Ampel an einer Kreuzung ist abgeschaltet. Foto: Stefan Puchner/Archiv (Quelle: dpa)

Nachts bleiben viele Ampeln aus. Einige bayerische Kommunen sparen Strom und Geld, indem sie Ampeln nachts, am Wochenende und mancherorts auch am Feiertagen vom Netz nehmen. Es gibt aber auch Gemeinden, die die Anlagen nachts anlassen. Sie haben die Unfallstatistiken auf ihrer Seite. Die Straßenverkehrsordnung enthält Regelungen dazu.

Die Stadt Nürnberg schaltet knapp über ein Drittel der Anlagen nachts ab. 190 der 531 Ampeln gehen gestaffelt irgendwann zwischen 19.00 und 1.00 Uhr aus, wie die Stadt mitteilte. Dabei achtet die Kommune in Abstimmung mit der Polizei darauf, dass der Verkehr sicher bleibe. Deshalb schaltet die Stadt bei Umleitungen, Baustellen, Unfällen oder Beschwerden von Bürgern die Ampeln nachts wieder an. Die Anlagen, die auch zu später Stunde noch leuchten, würden grundsätzlich schnell die Farbe wechseln, teilweise in einer Taktung von unter 50 Sekunden. Das schreibe im Übrigen sogar die Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung vor, sagte ein Sprecher.

Dem Gesetz nach sollen die Lichtzeichen bei wenig Verkehr so geschaltet sein, dass alle Verkehrsteilnehmer möglichst kurz warten müssen. Dort heißt es aber auch, dass Ampeln "in der Regel auch nachts in Betrieb gehalten werden" sollen. Das nächtliche Abschalten der Ampeln sei hingegen nur zu verantworten, wenn dennoch ein sicherer Verkehr möglich ist. Darüber hinaus rät der Gesetzgeber, im Bereich abgeschalteter Ampeln zumindest auf gelbes Blinklicht oder beleuchtete Vorfahrtszeichen zurückzugreifen.

Auch deshalb verweisen die Kommunen, zum Beispiel die Stadt Augsburg, auf die Verkehrssicherheit als ausschlaggebendes Argument dafür, welche Ampel nachts anbleibt und welche nicht. In der schwäbischen Stadt sind es demnach zwei Drittel der 313 Anlagen, die zu später Stunde schwarz bleiben.

Die Stadt München schalte fast die Hälfte aller Ampeln im Stadtgebiet (46,5 Prozent) nachts ab, teilte ein Sprecher mit. 720 000 Kilowattstunden Strom spare die Landeshauptstadt so im Jahr ein. Wie viel Ersparnis das für die Kommune bedeutet, kann die Stadt nicht angeben. Beim Tarif der Münchner Stadtwerke würde diese Menge etwa 195 000 Euro kosten. Etwas konkreter wird da sie Stadt Nürnberg. Zwischen 220 und 450 Euro pro ausgeschalteter Ampel spart die Kommune nach eigenen Angaben im Jahr. Das sind für die insgesamt 190 Anlagen mindestens 40 000 Euro. In Augsburg liegt die Ersparnis bei 35 Prozent der Stromkosten, weil einige Anlagen nachts ausbleiben, teilte die Stadt mit.

Von diesen Vorteilen lässt sich die Stadt Kitzingen in Unterfranken nicht locken. In der Kommune leuchten nachts alle Ampeln. Das sei aber nicht nur die Entscheidung der Stadt: "Schätzungsweise 70 Prozent der Anlagen gehören dem staatlichen Bauamt. Das beharrt darauf, die Anlagen anzulassen", sagt Hilmar Hein, Leiter des Tiefbauamtes.

Die Kitzinger haben dabei die Unfallstatistiken auf ihrer Seite. Eine Studie des Instituts für Verkehrsplanung und Straßenverkehr an der TU Dresden im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer kam zu dem Ergebnis: Ampeln in der Nacht auszuschalten, provoziert Unfälle. An Einmündungen ohne laufende Ampel passierten doppelt so viele Zusammenstöße.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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