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Prozess um Sarrazins neues Buch: Richter wirbt für Einigung

München  

Prozess um Sarrazins neues Buch: Richter wirbt für Einigung

09.07.2018, 13:55 Uhr | dpa

Prozess um Sarrazins neues Buch: Richter wirbt für Einigung. Thilo Sarrazin

Autor Thilo Sarrazin spricht bei der Buchvorstellung "Merkel: Eine kritische Bilanz". Foto: Maurizio Gambarini/Archiv (Quelle: dpa)

Der frühere Berliner Finanzsenator, Ex-Bundesbanker und umstrittene Autor Thilo Sarrazin streitet sich mit seinem alten Verlag über sein neues Buch. Er wirft dem Verlag Random House Rufschädigung vor, weil dieser sein neues Werk plötzlich nicht mehr habe veröffentlichen wollen. Die Gegenseite argumentiert, das Manuskript sei zum damaligen Zeitpunkt nicht publizierbar gewesen. 

Der Vorsitzende Richter am Landgericht München I warb am Montag in der Verhandlung für eine gütliche Einigung. Der Senat will nun einen Vergleichsvorschlag erarbeiten. Zur Debatte steht unter anderem, was mit den Vorschusszahlungen passiert und ob die beiden Parteien eine gemeinsame Erklärung zum Ende der Zusammenarbeit abgeben.

Sarrazin hatte das Buch seinem alten Verlag im Februar 2018 übergeben und pochte auf eine Veröffentlichung Ende August - acht Jahre nach Erscheinen seines Bestsellers "Deutschland schafft sich ab". Er habe inhaltlich das abgeliefert, was der Verlag bestellt habe, betonte Sarrazin vor Gericht. Rainer Dresen von Random House erklärte, das Manuskript habe sich – wie jedes Werk des umstrittenen Autors – als sehr arbeitsintensiv erwiesen, weil etwa zahlreiche Fußnoten hätten geprüft werden müssen. Beide Seiten hatten die Zusammenarbeit schließlich beendet.

Sarrazin ist mit seinem neuen Werk mit dem Titel "Feindliche Übernahme - wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht" unterdessen zum Finanzbuch Verlag (Münchner Verlagsgruppe) gewechselt. Dort soll es am 30. August erscheinen. Mit seiner Klage zielt er unter anderem auf Schadenersatz wegen entgangenen Gewinns und Rufschädigung sowie auf Erstattung seiner Anwaltskosten.

Der langjährige SPD-Politiker hatte mit dem Buch "Deutschland schafft sich ab" und umstrittenen Thesen zur Einwanderung 2010 Entrüstungsstürme und Debatten über Islamkritik und Vererbung von Intelligenz ausgelöst. Es folgten weitere Bücher über den Euro und das "Wunschdenken" in der Politik. Vier Werke hat der Autor im Verlag Random House veröffentlicht.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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