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Vergessene Gräber: Fund überrascht Kirche

Kassel  

Vergessene Gräber: Fund überrascht Kirche

12.07.2018, 11:48 Uhr | dpa

Vergessene Gräber: Fund überrascht Kirche. Grabanlagen in der Kasseler Karlskirche

Blick auf die in der in der Kasseler Karlskirche freigelegten Gruften. Foto: Uwe Zucchi (Quelle: dpa)

Ein ungewöhnlicher archäologischer Fund ist bei Renovierungsarbeiten in der Kasseler Karlskirche entdeckt worden. Arbeiter legten einen halben Meter unter dem Kirchenboden 27 gemauerte Grabanlagen frei. Bestattungen in Kirchen seien früher durchaus üblich gewesen, sagte Ausgrabungsleiter Thilo Warneke am Donnerstag bei der Präsentation des Funds. Dass sie allerdings ein solches Ausmaße annehmen und die Gräber aus Backsteinen gemauert sind, sei besonders.

Ein Baggerfahrer war bei Arbeiten in der Kirche auf die erste Gruft gestoßen. Danach legten Fachfirmen drei Wochen lang die Gräber per Hand frei. Im Inneren befinden sich die Überreste von 40 Verstorbenen, die zwischen 1714 und 1797 dort bestattet wurden.

Landgraf Karl ließ die Kirche ursprünglich für französische Glaubensflüchtlinge, die Hugenotten, bauen. 1710 wurde sie geweiht. Doch bestattet worden seien dort keine Hugenotten, sondern Bürger der Kasseler Oberschicht, erklärte der Archäologe. Denn ein Grab in einer Kirche war etwas Besonderes und kostete viel Geld.

Die Namen der Verstorbenen sind durch Recherchen im Marburger Staatsarchiv bekannt. Sie werden laut Pfarrerin Inge Böhle unter Verschluss gehalten, weil man noch nach lebenden Angehörigen suche. Unter den Bestatteten sind Kinder, beispielsweise die dreijährige Tochter des italienischen Baumeisters Giovanni Francesco Guerniero. Er konstruierte Kassels Wahrzeichen, den Herkules.

Für die Seelsorgerin Böhle war die Nachricht, jahrelang auf Gräbern Gottesdienste gefeiert zu haben, ein kleiner Schreck. Sie habe gedacht: "Meine Güte, das ist ein Friedhof." Die evangelische Kirchengemeinde will sich mit dem Fund aber arrangieren. Die Gräber und menschlichen Übereste sollen dort bleiben.

"Das ist eine Frage der Pietät, die Verstorbenen in ihren Gräbern zu belassen, soweit das möglich ist", erklärte Archäologe Warneke. Man werde die Gräber abdecken und mit einer Installation an sie erinnern. Die Kosten sollen durch Spenden finanziert werden. Schätze gab es in den Gräbern nicht. Die Fachfirmen fanden aber Münzen, die vermutlich durch den Kirchenboden gefallen waren. Die älteste ist von 1688.

Dass bereits Grabräuber in den Gewölben unterwegs waren, ist dokumentiert. Vermutlich waren es Arbeiter, die 1893 bei einem Umbau auf eine Gruft stießen. Einer schrieb an die Wand eines Grabes: "Nach Gold gesucht, nigs gefunden." Für Besucher, die nun bis Dienstag die Gräber begutachten können, ist der Spruch nicht zu sehen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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