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Merkel zum NSU-Prozess: Kapitel noch nicht abgeschlossen

Berlin  

Merkel zum NSU-Prozess: Kapitel noch nicht abgeschlossen

20.07.2018, 13:01 Uhr | dpa

Merkel zum NSU-Prozess: Kapitel noch nicht abgeschlossen. Angela Merkel (CDU)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der traditionellen Pressekonferenz vor der Sommerpause. Foto: (Quelle: dpa)

Die Urteile im NSU-Prozess markieren für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) keinen Schlussstrich unter die Aufarbeitung der rechten Terrorserie. "Das Kapitel kann noch nicht geschlossen werden", sagte Merkel auf ihrer traditionellen Sommerpressekonferenz am Freitag in Berlin. In vielen Fällen sei die Arbeitsweise der Sicherheitsbehörden geändert worden. Aber wo immer sich noch eine Lücke auftue, werde gehandelt.

"Wir haben vieles getan, wo immer ich aufmerksam gemacht werde, weiteres zu tun, werde ich das auch tun", sagte Merkel. "Deshalb betrachte ich das auch nicht als abgeschlossenes Kapitel." Die Kernfrage sei, wie ein so komplexes, schreckliches Vorgehen der Terroristen möglich gewesen sei, ohne dass die Behörden dies früher gemerkt hätten. "Deshalb ist das ein sehr dunkler Fleck in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland."

Die Angehörigen der Opfer hätten ein Recht darauf, dass die gesellschaftliche Diskussion darüber weitergeführt werde, sagte Merkel. Die Gefühlslage der Opferfamilien könne sie nachvollziehen. Alleine durch den Gerichtsprozess könne das Leid nicht wieder gut gemacht werden.

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, war vergangene Woche vom Oberlandesgericht München wegen zehnfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Zudem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Die Mitangeklagten erhielten mehrjährige Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.

Der "Nationalsozialistische Untergrund" war 2011 aufgeflogen. Zuvor hatte Zschäpe mit ihren Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund gelebt. Diese hatten neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine Polizistin ermordet. Mundlos und Böhnhardt hatten sich nach einem gescheiterten Banküberfall selbst getötet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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