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Tabakforscher: Krankenkassen sollen Rauchentwöhnung bezahlen

München  

Tabakforscher: Krankenkassen sollen Rauchentwöhnung bezahlen

06.09.2018, 05:23 Uhr | dpa

Tabakforscher: Krankenkassen sollen Rauchentwöhnung bezahlen. Eine Frau raucht

Eine Frau raucht eine Zigarette. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv (Quelle: dpa)

Rauchentwöhnung sollte aus Sicht von Tabakforschern von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Die Wissenschaftler fordern bei dem am Donnerstag in München startenden Europäischen Tabakkongress die Abschaffung des sogenannten "Lifestyle-Paragraphen", der das bislang verhindert. "Obwohl das Tabakrauchen den mit Abstand wichtigsten gesundheitlichen Risikofaktor und in vielen Fällen eine Suchtkrankheit darstellt, verweigert die Bundesregierung die notwendigen Konsequenzen", sagte der Psychiater, Sucht-Experte und Leiter der Tabak-Ambulanz des LMU-Klinikums, Tobias Rüther.

Der Paragraph 34 des fünften Sozialgesetzbuches, der Medikamente zur Rauchentwöhnung von der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ausschließt, müsse abgeschafft werden, sagte er. "Tabakabhängigkeit ist eine Suchterkrankung, ihre Behandlung ist die wirksamste und kosteneffektivste Möglichkeit, die Sucht zu behandeln und Folgeerkrankungen abzuwenden."

Nach Angaben Rüthers sterben pro Jahr 125 000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens. "Das ist ungefähr ein Jumbojet am Tag. Wenn jeden Tag ein Flugzeug abstürzen und die Menschen darin sterben würden, dann wäre das Fliegen spätestens ab dem dritten Tag verboten." Jeder zweite Raucher werde an seiner Sucht sterben, sagte Rüther. "Rauchen ist gesellschaftspolitisch ein Riesenthema."

Andere Länder seien in der Bekämpfung der Nikotinsucht schon viel weiter, betonte er. In Deutschland rauchen laut der sogenannten Debra-Studie, einer Befragung zum Rauchverhalten der Deutschen, 28 Prozent der Bevölkerung. In Australien, wo Raucher für eine Schachtel Zigaretten inzwischen umgerechnet 16,80 Euro bezahlen müssen, seien es nur noch zwischen fünf und sechs Prozent. "Deutschland ist ein sehr raucherfreundliches Land."

Der Europäische Tabakkongress in München will einen Überblick schaffen über die Konsumsituation in Deutschland und der Welt und sich mit Themen wie der E-Zigarette oder Apps als Hilfen beim Abschied von der herkömmlichen Zigarette befassen. Es soll außerdem um die Wirksamkeit von Schockbildern auf Zigarettenschachteln gehen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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