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"Ärzte ohne Grenzen": Kampf gegen teures Hapatitis-Patent

München  

"Ärzte ohne Grenzen": Kampf gegen teures Hapatitis-Patent

11.09.2018, 15:46 Uhr | dpa

"Ärzte ohne Grenzen": Kampf gegen teures Hapatitis-Patent. Richterhammer

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank in einem Verhandlungssaal des Landgerichts. Foto: Uli Deck/Archiv (Quelle: dpa)

Die Organisationen "Ärzte ohne Grenzen" und "Ärzte der Welt" kämpfen gegen ein Patent auf ein wirksames und teures Medikament gegen Hepatitis C. Vor dem Europäischen Patentamt in München haben sie Einspruch eingelegt gegen ein Patent auf den Wirkstoff Sofosbuvir des US-amerikanischen Pharma-Unternehmens Gilead. An diesem Donnerstag und Freitag soll in München verhandelt werden, für Donnerstag sind außerdem Proteste mit weiteren Organisationen vor dem Patentamt geplant.

Nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" könnten 90 Prozent der Hepatitis-C-Patienten, die mit Sofosbuvir behandelt werden, in zwölf Wochen geheilt werden. Durch das europäische Patent hat Gilead aber eine Monopolstellung und kann hohe Preise für den Wirkstoff bestimmen.

In Europa verlangt Gilead nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" für eine zwölfwöchige Therapie bis zu 43 000 Euro. In Ländern, in denen Sofosbuvir nicht von Patenten geschützt ist, koste die Behandlung dagegen dank des Wettbewerbs nur rund 52 Euro.

Ein Sprecher des Europäischen Patentamtes betonte, dass es in der Verhandlung nicht um eine politische Dimension der Debatte gehe, sondern nur darum, ob das Patent aus rein technischer Sicht zu recht vergeben wurde.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit rund 71 Millionen Menschen mit Hepatitis C infiziert, 399 000 sterben jedes Jahr daran. Im europäischen Raum sind demnach 15 Millionen Menschen chronisch mit Hepatitis C infiziert; 112 500 pro Jahr sterben in der Folge an Leberkrebs oder Leberzirrhose.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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