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Verfassungsschutz hatte Amri seit Januar 2016 auf dem Schirm

Köln  

Verfassungsschutz hatte Amri seit Januar 2016 auf dem Schirm

13.09.2018, 16:55 Uhr | dpa

Verfassungsschutz hatte Amri seit Januar 2016 auf dem Schirm. Breitscheidplatz

Eine Schneise der Verwüstung ist auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zu sehen. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv (Quelle: dpa)

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat im Januar 2016 begonnen, Informationen über den späteren Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri zu sammeln. Eine Mitarbeiterin der Behörde sagte am Donnerstag während einer Befragung im Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz, Amri sei einer von 40 bis 50 islamistischen Gefährdern gewesen, über die sie in dieser Zeit Akten geführt habe. Im Februar und März 2016 habe sie die Befragung von "Quellen" zu Amri in Berlin und Nordrhein-Westfalen veranlasst.

Die Islamismus-Expertin sagte, sie habe sich in ihrer täglichen Arbeit aber im Vergleich zu anderen Fällen "relativ selten" mit seinem Fall befasst. Amri sei von ihr damals aufgrund von Erkenntnissen der nordrhein-westfälischen Polizei als "Sympathisant" der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingeschätzt worden. Auf die Frage ob Amri vom BfV auch mit "nachrichtendienstlichen Mitteln" beobachtet worden sei, antwortete sie mit "Ja". Welche Mittel eingesetzt wurden - etwa Telefonüberwachung oder der Einsatz eines V-Mannes - wollte sie in der öffentlichen Sitzung nicht sagen.

BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen hatte im März 2017 über den tunesischen Islamisten gesagt: "Wir hatten es hier mit einem reinen Polizeifall zu tun, der in den zuständigen Bundesländern bearbeitet wurde." Im darauffolgenden Dezember sagte er in einem weiteren Interview: "Der Verfassungsschutz war mit dem Fall nur am Rande befasst. Amri war bis zuletzt ein Fall in den Händen der Polizeibehörden."

Amri, der sich mit verschiedenen Identitäten in Deutschland bewegte, war als Asylbewerber nach Deutschland gekommen. Am 19. Dezember steuerte er einen gestohlenen Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Bei dem Anschlag und seiner Vorbereitung starben zwölf Menschen. Nach der Tat setzte er sich nach Italien ab, wo er später von der Polizei erschossen wurde. Es war der bislang schwerste islamistische Terroranschlag in Deutschland.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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